Opel stoppt Planungen für ein Thüringer Elektroauto

Opel hat alle bisherigen Planungen für ein eigenes Thüringer Elektroauto vorerst auf Eis gelegt. Eine Elektro-Variante des kürzlich in Eisenach gestarteten Kleinwagens Adam wird es in absehbarer Zeit nicht geben, bestätigte ein Rüsselsheimer Sprecher auf Anfrage.

Den Opel Adam - hier die Fertigung im Eisenacher Werk - wird es nicht als Elektroauto geben. Foto: Marco Kneise

Den Opel Adam - hier die Fertigung im Eisenacher Werk - wird es nicht als Elektroauto geben. Foto: Marco Kneise

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Eisenach. Nach Informationen unserer Zeitung wurden damit Investitionen in Höhe von über 70 Millionen Euro gestoppt sowie bereits vorbereitete Flächen im Thüringer Werk für andere Nutzungen frei gegeben.

Als Ursache gilt der aus Sicht der Autobranche wirtschaftlich nicht akzeptable Absatz von E-Autos am deutschen Markt.

Im gesamten Jahr 2012 wurden in Deutschland 2956 neue Fahrzeuge mit Elektroantrieb abgesetzt, in Thüringen waren es magere 27.

Damit erhöhte sich der Bestand an E-Autos zwischen Harz und Rennsteig laut Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg auf gerade einmal 69 E-Autos, die vor allem in Behörden sowie Unternehmen eingesetzt sind.

Ursprüngliche Planungen für das Eisenacher Opelwerk sahen vor, jährlich mindestens 5000 kleine Elektro-Adams zu bauen.

"Dies hat sich angesichts der Zulassungszahlen als Illusion erwiesen", räumt Opel-Betriebsrat Harald Lieske ein. Lieske weiter: "Rein technologisch wäre es ein wichtiger Impuls für das Werk und ganz Thüringen gewesen. Rein rechnerisch kann sich das kein Hersteller ohne Dauersubvention leisten." Laut Flensburger Statistik kommen auf jeden der großen Anbieter von Elektroautos in Deutschland jährlich verkaufte Stückzahlen, die sich in der Regel etwa zwischen 20 und knapp 1000 Fahrzeugen einpegeln.

Einer der Marktführer war zuletzt der Opel Ampera, der allerdings kein reines Elektroauto ist und auf einen kombinierten Antrieb setzt. Es folgten Autos wie der Nissan Leaf, der Citroën C-Zero, der Peugeot iOn oder der smart fortwo electric drive.

Als Ursache für den immer noch extrem geringen Marktanteil von E-Autos von nicht einmal einem Prozent werden die hohen Preise sowie die viel zu geringe Reichweite angesehen.

Elektroautos in vergleichbarer Ausstattung kosten in manchen Fällen 10.000 Euro mehr, als ein traditionell betriebenes Fahrzeug. Hinzu kommt die Schwachstelle Batterie, die im Winter selbst eingefleischten Fans das Fahren zur Qual macht. Frostige Temperaturen und schlechtere Leistungen der Batterien im Winter führen dazu, das ein Auto mit E-Motor oft nur magere 100 Kilometer schafft. Manche Hersteller wie Renault bieten mit dem Twizy deshalb sogar nur Sommer-Varianten ohne Seitenscheiben an. Um den Verkauf von E-Autos anzukurbeln, fordert Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) mehr Anreize: "Ich hege jedenfalls Zweifel am Ziel der Bundesregierung, bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf deutsche Straßen zu bekommen."

Aus Machnigs Sicht reiche die bisherige Förderung durch die Befreiung von der Kfz-Steuer jedenfalls nicht aus, um dem Thema den nötigen Rückenwind zu verleihen. Andere Länder seien hier sehr viel weiter.

Dort reiche die Spanne von satten Startprämien bis hin zu Sonderparkplätzen oder der freien Fahrt in Bus-Spuren.

Opel stoppt Planungen für ein Thüringer Elektroauto

Die Autobauer Daimler, Ford sowie Renault und Nissan wollen gemeinsam Brennstoffzellen entwickeln, mit denen Autos mit Wasserstoff angetrieben werden. Damit werde der Weg für die "Einführung des weltweit ersten wettbewerbsfähigen Brennstoffzellenfahrzeugs" im Jahr 2017 geebnet, teilten die Konzerne gestern mit. Bei der Brennstoffzellen-Technologie wird an Bord des Autos per chemischer Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff Strom für einen Elektromotor gewonnen.