Real-Verkauf: Unsichere Zukunft für 400 Beschäftigte in Thüringen

Erfurt.  Der Handelsriese Metro will seine Tochter Real verkaufen, auch die vier Märkte in Thüringen. Gewerkschafter befürchten einen Arbeitsplatzabbau.

Die Real-Märkte in Deutschland stehen vor dem Verkauf.

Die Real-Märkte in Deutschland stehen vor dem Verkauf.

Foto: Foto: Monika Skolimowska/dpa

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Die mehr als 400 Beschäftigten der vier Real-Supermärkte in Thüringen bangen derzeit um ihre berufliche Zukunft.

„Mit dem anstehenden Verkauf der deutschen Real-Häuser von der Metro an den Finanzinvestor X-Bricks sind auch Weiterverkäufe und die Schließung einzelner Märkte nicht mehr ausgeschlossen“, sagte der Verdi-Fachbereichsleiter Handel für Mitteldeutschland, Jörg Lauenroth-Mago, gestern auf Anfrage.

Belegschaften für das Thema „sensibilisiert“

Nach seinen Angaben gibt es derzeit 22 Real-Märkte in den drei mitteldeutschen Bundesländern, darunter vier in Thüringen. Neben den beiden Häusern in Erfurt gibt es Standorte in Weimar und Gotha. Man habe bereits Mitarbeiterversammlungen in den einzelnen Filialen durchgeführt und die Belegschaften für das Thema sensibilisiert, sagte Lauenroth-Mago.

Allerdings seien bislang keine Pläne des neuen Eigentümers für die einzelnen Standorte bekannt. Erst dann könne man entsprechend reagieren. Er gehe davon aus, dass eine Stellenabbau drohe, sagte der Gewerkschafter. Die Mitarbeiter seien allesamt sehr verunsichert.

„Ich stimme dem Gesamtbetriebsratschef von Metro zu einhundert Prozent zu, wenn er vor einem Drama warnt und sehe hier auch die Metro in einer großen Verantwortung“, so Lauenroth-Mago. Einige Mitarbeiter seien bereits seit Jahrzehnten bei Real beschäftigt. Das müsse Metro bei der Festsetzung des Kaufpreises berücksichtigen, um Härtefälle finanzielle ausgleichen zu können.

Der Metro-Gesamtbetriebsratschef Werner Klockhaus hatte in einem Interview in der Süddeutschen Zeitung vor dem Verlust von 10.000 Stellen und damit nahezu jede, dritten Arbeitsplatz bei Real gewarnt. Diese dramatische Zuspitzung habe sich im zurückliegenden Jahr bereits angedeutet.

X-Bricks, das die Supermarktkette Ende Januar übernehmen soll, wird laut Lauenroth-Mago einzelne Standorte zunächst weiterführen, andere an Wettbewerber - etwa Edeka oder Rewe - verkaufen und einige Standorte aufgeben, um lediglich die Immobilien zu vermarkten.

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