Schmuckdesignerin Mandy Rasch setzt auf Plastik und Blech

Joghurtbecher und Eislöffel statt Gold und Diamanten: Mandy Raschs Schmuckstücke sind keine edlen Geschmeide, aber umso schöner anzusehen.

Das bunte Federvieh ist ein zentrales Motiv in Mandy Raschs Schmuckstücken und ausgefallenen Kreationen. Foto: Alexander Volkmann

Das bunte Federvieh ist ein zentrales Motiv in Mandy Raschs Schmuckstücken und ausgefallenen Kreationen. Foto: Alexander Volkmann

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Erfurt. Der Arbeitstisch der gebürtigen Weimarerin auf dem dreizehnten Erfurter Schmucksymposium fällt sofort ins Auge: Dort tummeln sich knallgrüne Käferbroschen aus Plastik zwischen emaillierten Sittichen und einem Papierpapagei. Zwischen den anderen, traditionelleren Schmuckkünstlern wirkt die bunt gekleidete 32-Jährige wie ein Paradiesvogel.

"Ich verbinde gerne traditionelle Techniken mit verrückten Materialien", erklärt sie. Dabei ist der Künstlerin, die ihre Werke seit 2009 auch auf der Krämerbrücke ausstellt, der materielle Wert ihrer Stoffe nicht wichtig: "Die Emotionen, die ich mit ihnen verbinde, zeigen doch ihre wahre Bedeutung."

So entschied sie sich, das Luther-Thema mithilfe unzähliger Plastiklöffel umzusetzen. Die Inspiration für die daraus entstandenen Vogelmotive gab ein Stadtrundgang: "In der Lutherkirche entdeckte ich auf einem Wandgemälde von Martin Luther einen Sittich."

Der letzte Stadtgoldschmied, Volker Atrops, bestätigte sie in ihrer ausgefallenen Idee. "Es ist toll, mich in meiner Heimat neben Künstlern wie ihm zu behaupten", freut sie sich über seinen Zuspruch. Leicht sei es nicht, sich in der Schmuckszene zu etablieren. "Aber den Erfurtern werde ich es schon noch zeigen!"

Das hieß für sie als Mit-Organisatorin: Schon im November Einladungen an die elf Künstler schreiben. Frühzeitig Sponsoren für das Projekt gewinnen. Die Texte für die ausländischen Teilnehmer auf Englisch übersetzen. "Manchmal verlasse ich die Werkstatt erst nach Mitternacht und habe trotzdem kaum an meinem Schmuck gearbeitet", bekennt sie. Trotzdem genießt sie diese zwei Wochen: "Nirgends finde ich so viel Ruhe und Frieden wie hier in meiner Heimat." Am liebsten würde sie dieses Gefühl mit allen teilen, und manchmal tut sie das auch. "Dann passiert es schon mal, dass ich eine Verkäuferin zu unserem Projekt einlade", so die Künstlerin.

Auf die Eröffnung der dazugehörigen Ausstellung ist sie daher gespannt. "Ich hätte gerne, dass viele Erfurter sich mit unseren Werken beschäftigen", wünscht sie sich. Ab dem 30. Juli können diese im Kulturhof Krönbacken die Schmuckstücke aller in Erfurt versammelten Künstler zu betrachten.

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