Sparzinsen gehen weiter in den Keller

Erfurt  Erfurt. Die Anlage in Tagesgeld wurde zu Jahresbeginn durch neue Konditionen für Sparer noch unattraktiver.

Die Anlage in Tagesgeld wurde zu Jahresbeginn durch neue Konditionen für Sparer noch unattraktiver. Archiv-Foto: Andrea Warnecke/dpa

Die Anlage in Tagesgeld wurde zu Jahresbeginn durch neue Konditionen für Sparer noch unattraktiver. Archiv-Foto: Andrea Warnecke/dpa

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Sparen lohnt kaum.

Trotz erster Signale aus den USA zu einer leichten Anhebung der Leitzinsen verschlechtern sich die Konditionen für normale Kleinsparer zu Jahresbeginn weiter.

Viele Banken jedenfalls nahmen den Jahreswechsel zum Anlass, um ihre Sparzinsen erneut zu senken, errechnete das Onlineportal „Tagesgeldvergleich.net“. Entsprechend sei der durchschnittliche Zinssatz beim Tagesgeld zum Stichtag 1. Januar 2016 auf 0,39 Prozent gesunken, was einem Minus von 4,88 Prozent im Vergleich zum Vormonat entspreche.

Das Fachportal erhebt für den Index monatlich die Zinsen von 125 Tagesgeldangeboten für Neukunden – jeweils für Einlagen von 5000 und 50 000 Euro.

Danach gaben die durchschnittlichen Tagesgeldzinsen zwischen Januar 2015 und dem 1. Januar 2016 um rund 25 Prozent nach. Andere Experten errechneten eine aktuelle Zinsspanne fürs Tagesgeld von 1,25 Prozent bis herunter zu 0,01 Prozent oder in einzelnen Fällen auch 0 Prozent.

Immer mehr Banken werden offenbar vorsichtig, ihren Kunden überhaupt noch nennenswerte Zinsen über Null zu zahlen, weil sie nicht wissen, was sie dann mit den massenhaft zuströmenden Einlagen überhaupt machen sollen.

Ein Lichtblick bleibt aus Sicht der Finanzexperten des Internetportals „Tagesgeldvergleich.net“ allerdings: Dank der niedrigen Inflation war es im vergangenen Jahr praktisch immer möglich, eine positive Realrendite zu erzielen.

Die mittlere Inflationsrate für 2015 lag bei 0,25 Prozent. Im Dezember lag der Wert bei 0,30 Prozent. „Speziell mit Aktionszinsen sind Sparer derzeit auf der sicheren Seite“, erklärt Daniel Franke von Tagesgeldvergleich.net. Diese Zinsen würden in der Regel für einige Monate garantiert. „Nach Ablauf der Zinsgarantie empfiehlt es sich aber, den Markt neu zu sondieren und gegebenenfalls zu wechseln“, so Daniel Franke weiter.

Nach wie vor aber schwebt über Deutschlands Banken und damit über Sparern das Damo-klesschwert der sogenannten Negativzinsen. Diese werden beispielsweise in der Schweiz schon von einigen Banken als Gebühr für das Verwahren von Geld ihrer Kunden verlangt.

Negative Zinsen fürs Tagesgeld finden sich bislang in den deutschen Tagesgeldtabellen nicht. Lediglich die Deutsche Skatbank ausgerechnet in Altenburg hatte einen negativen Tagesgeldzinssatz auch für Privatkunden festgelegt. Er liegt bei minus 0,25 Prozent, gilt allerdings erst ab einer Einlage von 500 000 Euro. Bei kleineren Summen zahlt auch die Skatbank einen leicht positiven Zins bei Einlagen ab 5000 Euro.

Die Sparkasse Mittelthüringen als eine der größten zwischen Harz und Thüringer Wald lehnt Negativzinsen vehement ab. „Wir werden alles tun, um negative Einlagenzinsen zu vermeiden. Denn die würden den Spargedanken konterkarieren und passen nicht zu unserem Geschäftsmodell: Wir refinanzieren uns über die Kundeneinlagen in unserer Region und veredeln diese in Kredite, die wir dann wieder in der Region vergeben“, sagt Vorstand Dieter Bauhaus. Wenn man anfange, die Einlagen der Kunden mit Strafzins zu belasten, komme man der Aufgabe, den Menschen eine sichere Anlage zu bieten, nicht mehr nach.

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