Strenger Datenschutz für Corona-Kundenlisten in Thüringen

Erfurt.  Für die Unterlagen, die bestimmte Handwerksbetriebe zur Corona-Prävention führen müssen, gelten strenge Regeln: So müssen die Listen verschlossen aufbewahrt und nach drei Wochen vernichtet werden.

Einige Handwerksbetriebe wie Friseurläden oder Kosmetikstudios müssen dokumentieren, welche Kunden wann bei ihnen waren.

Einige Handwerksbetriebe wie Friseurläden oder Kosmetikstudios müssen dokumentieren, welche Kunden wann bei ihnen waren.

Foto: Christin Klose/dpa / dpa

Die zur Corona-Prävention für bestimmte Handwerksbetriebe vorgeschriebenen Kundenlisten sind nur so lange aufzubewahren, bis sie ihren Zweck erfüllt haben. „Das dürfte nach jetzigem Kenntnisstand nach zwei bis maximal drei Wochen der Fall sein“, erklärt Sabine Pöllmann vom Büro des Thüringer Datenschutzbeauftragten. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.

Daten der Kunden, wie Adresse und Zeitpunkt des Aufenthalts beispielsweise beim Friseur, sowie Angaben zum Gesundheitszustand würden nur erhoben, um später Infektionsketten nachverfolgen zu können, sollten Covid-19-Erkrankungen auftreten. Diese Kunden-Daten müssen verschlossen aufbewahrt werden und sind nach Ablauf der Frist zu vernichten.

Entsorgen im Altpapiercontainer ist verboten

Die Unterlagen dürfen dabei nicht im normalen Papiercontainer entsorgt werden, warnt André Kühne, Sprecher der Handwerkskammer Ostthüringen. Um das Erheben der geforderten Kundendaten zu erleichtern, haben die Handwerkskammern ein Musterformular ins Internet gestellt. Friseursalons, Kosmetik- sowie Nagelstudios und Fußpflegesalons sind in Thüringen derzeit dazu verpflichtet.

Die Kunden müssen über das Warum und den Umgang mit ihren Daten informiert werden, so André Kühne. Zulässig sei die Aufbewahrung ihrer Daten nur mit vorheriger Einwilligung. Verweigerten Kunden die Angaben, müssten sie abgewiesen werden.

In Thüringer Gaststätten seien weder Vorbestellungen noch Gästelisten Pflicht, sagt Dehoga-Sprecherin Arlette Mengs. Allerdings könnten örtliche Behörden Ausnahmen anordnen. Fitnessstudios, Vereins-, Sport- und Freizeiteinrichtungen in geschlossenen Räumen dürfen erst ab 1. Juni öffnen. Auch dort müssten dann Anwesenheitslisten geführt werden.

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