Studentische Beschäftigte fordern faire Bezahlung

Erfurt  GEW Thüringen spricht von Lohndumping an der Jenaer Universität.

Studierende wehren sich gegen unfaire Arbeitsbedingungen am Cati-Labor der Universität Jena. Symbolfoto: Martin Gerlach

Studierende wehren sich gegen unfaire Arbeitsbedingungen am Cati-Labor der Universität Jena. Symbolfoto: Martin Gerlach

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Im Cati-Labor der Jenaer Universität herrscht Unfrieden. Zum Sommerfest auf dem Campus regnete es Flugblätter, ein Rechtsgutachten wurde öffentlich verlesen. Die Einrichtung gehört zum Institut für Soziologie, für die Datenerhebungen wie den Thüringen-Monitor führen die Beschäftigten dort Telefonbefragungen durch. Es sind Studenten und die wehren sich jetzt gegen unfaire Arbeitsbedingungen.

Das Problem: Sie haben keinen regulären Arbeitsvertrag, sondern Werkverträge. Damit, so ihre Kritik, könnten sie die im Arbeitsrecht festgeschriebenen Mindeststandards in Anspruch nehmen. Bezahlter Urlaub, Lohnfortzahlung bei Krankheit - Fehlanzeige. Vor allem aber, so der Vorwurf, werden sie de facto für ihre Arbeit mit Mindestlohn abgespeist.

Sie klagen reguläre Arbeitsverträge ein und eine Bezahlung nach entsprechendem Tarif. Da sie keine studentischen Hilfskräfte sind, weil ihre Arbeit die dafür nötigen Kriterien nicht erfüllt, orientieren sie sich bei ihren Forderungen am Tarifvertrag der Länder, der auch im Bereich der Universität gilt. Und das wären 13 Euro pro Stunde.

Forderungen, die auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Thüringen unterstützt. Sie spricht von Lohndumping und fordert von der Jenaer Universität ordentliche Beschäftigungsverhältnisse für die Studenten im Cati-Labor.

Für die Gewerkschaft ist diese Auseinandersetzung auch Anlass, ihre Forderung an die Landesregierung zu unterstreichen, endlich auch mit den Gewerkschaften einen Tarifvertrag für studentische Beschäftigte zu verhandeln. So sei es im Koalitionsvertrag festgeschrieben.

Es sei traurig, konstatiert GEW-Vizechef Thomas Hoffmann, dass sich unter Rot-Rot-Grün trotz der Lippenbekenntnisse in der Praxis nichts gegenüber ihren Vorgängern geändert habe.

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