Thüringens Immobilienpreise stagnieren in großen Städten und steigen in kleinen

Erfurt.  In Thüringen scheinen die Immobilienpreise vorerst eine Obergrenze erreicht zu haben - jedenfalls in den größeren Städten. Das allerdings bringt die Preise in anderen Regionen in Bewegung.

In Städten wie Sömmerda oder Ilmenau sind die Preise für Wohnungen oder Einfamilienhäuser um bis zu 15 Prozent angestiegen.

In Städten wie Sömmerda oder Ilmenau sind die Preise für Wohnungen oder Einfamilienhäuser um bis zu 15 Prozent angestiegen.

Foto: imago/imagebroker/begsteiger / imago

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Die Kaufpreise für Wohnungen oder Einfamilienhäuser in den großen Städten Thüringens sind nach Angaben von Immobilienmaklern im laufenden Jahr relativ konstant geblieben. Dafür habe es in den vergangenen Monaten in kleineren Städten wie Sömmerda oder Ilmenau Preisanstiege von bis zu 10 oder 15 Prozent gegeben, sagte der Thüringer Vertreter im Immobilienverband Deutschlands (IVD), Jörg Wanke, am Mittwoch in Erfurt. Dort traf sich die Branche zum Thüringer Immobilientag.

Gleichzeitig warnte Wanke vor dem Entstehen einer Immobilienblase in den ländlichen Regionen Thüringens. Wie auch in anderen ostdeutschen Regionen gebe es dort bereits einen hohen Leerstand bei Wohnungen, während gleichzeitig aufgrund der vergleichsweise niedrigen Grundstückskosten viele neue Wohnungen oder Einfamilienhäuser gebaut würden. Wenn es in diesen Regionen nicht gelinge, die Menschen etwa durch einen Ausbau der Infrastruktur zu halten, rutschten die Preise ab und der Leerstand steige weiter, so Wankes Prognose.

Angebote zum Einkaufen müssten dort erhalten bleiben oder neu entstehen. Auch die medizinische Versorgung müsse sichergestellt werden. Zudem dürften solche Regionen nicht von Straßen- oder Bahnverbindungen in größere Städte abgekoppelt werden. Dies zu gewährleisten, sei eine Aufgabe der Politik.

Im aktuellen Preisspiegel des IVD für Wohn- und Gewerbeobjekte in Thüringen wird sichtbar, wie weit die Immobilienpreise im Land derzeit bereits auseinander klaffen. So kosten Baugrundstücke für frei stehende Ein- oder Zweifamilienhäuser mit einer Größe von 600 bis 800 Quadratmeter in Jena in der Regel zwischen 250 und 450 Euro je Quadratmeter, in Erfurt zwischen 150 und 400, in Weimar zwischen 90 und 220 Euro. Dagegen seien vergleichbare Baugrundstücke in Apolda für Preise zwischen 22 und 50 Euro je Quadratmeter zu haben. In Suhl lägen die vergleichbaren Preise bei 40 bis 45, in Greiz zwischen 25 und 75 Euro.

Ähnlich deutlich sind die Unterschiede bei den durchschnittlichen Kaufpreisen für frei stehende Eigenheime inklusive Garage und Grundstück. Eine solche, etwa 125 Quadratmeter große Immobilie kostet nach IDV-Daten in Bad Salzungen 80.000, in Schmalkalden 85.000 und in Zeulenroda-Triebes 100.000 Euro. In Ilmenau würden dafür 240.000, in Erfurt 300.000 und in Jena 380.000 Euro verlangt.

Wohnungen werden nach Auszug eines Mieters nicht sofort wieder neu vermietet

Neben den zuletzt auf hohem Niveau stagnierenden Immobilienpreisen in den größeren Städten sieht Wanke noch ein weiteres Indiz dafür, dass sich der Immobilienmarkt in diesen Städten zumindest nicht noch weiter erhitzt: Immer häufiger komme es zum Beispiel in Erfurt vor, dass selbst Wohnungen in mittleren Wohnlagen nach dem Auszug eines Mieters nicht direkt im Anschluss neu vermietet werden könnten.

War die unterbrechungslose Vermietung Wanke zufolge noch vor etwa einem Jahr die Regel gewesen, sei es nun keine Seltenheit mehr, dass solche Wohnungen für drei oder vier Monate leer stehen. Ein Grund dafür sieht Wanke darin, dass in der Landeshauptstadt zuletzt mehr Wohnungen fertig gestellt worden seien.

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