Thüringer Außenhandel erreicht 2011 Rekordniveau

Die Thüringer Wirtschaft hat im vergangenen Jahr durch Exporte soviel Geld eingenommen wie nie zuvor. Insgesamt legten die Ausfuhren im Vergleich zu 2010 um 16,6 Prozent zu, wie aus dem am Mittwoch vom Statistischen Landesamt vorgestellten endgültigen Außenhandelsbericht hervorgeht.

Motoren, Fahrgestelle und Karosserien wurden in Thüringen 2011 am häufigsten exportiert. Im Bild: Motorenwerk bei der MDC Power GmbH in Kölleda. Archiv-Foto: Marco Kneise

Motoren, Fahrgestelle und Karosserien wurden in Thüringen 2011 am häufigsten exportiert. Im Bild: Motorenwerk bei der MDC Power GmbH in Kölleda. Archiv-Foto: Marco Kneise

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Erfurt. Die Unternehmen des Freistaats exportierten demnach Güter im Wert von 12,6 Milliarden Euro.

Zugleich wurden den Angaben zufolge Güter im Wert von acht Milliarden Euro importiert. Das entspricht einem Anstieg von 18,4 Prozent im Vergleich zu 2010. Die meisten Waren wurden den Angaben zufolge nach Frankreich verkauft. Wichtigster Lieferant war China.

Bereits im März hatten die Statistiker einen vorläufigen Bericht veröffentlicht. In den nun vorliegenden Zahlen sind auch verspätet eingegangene Meldungen über Außenhandelsgeschäfte berücksichtigt. Dadurch wurden die Wachstumsraten nach oben korrigiert.

Ausfuhren

Der Anteil der Thüringer Exporte am deutschen Jahresergebnis in Höhe von 1061 Milliarden Euro betrug im Jahr 2011 1,2 Prozent.

Frankreich übernahm im Jahr 2011 mit einem Warenwert von 1073 Millionen Euro (+17,4 Prozent) die Spitze der Empfängerländer von Exportwaren aus Thüringen. Gegen den allgemeinen Trend stark ansteigender Exporte im Jahr 2011 verringerte Thüringen seine Ausfuhr in das Vereinigte Königreich um 3,3 Prozent (927 Millionen). Thüringer Exporte nach Italien (762 Millionen Euro) wurden gegenüber dem Jahr 2010 um 4,5 Prozent gesteigert, Exporte in die Vereinigten Staaten (737 Millionen Eu-ro) um 18,4 Prozent.

73 Prozent der Thüringer Exporte wurden im Jahr 2011 in europäische Staaten geliefert (9,3 Milliarden Euro). Diese Ausfuhren stiegen im Vergleich zu 2010 um 15,4 Prozent. Die Exporte nach Asien stie-gen im gleichen Zeitraum um 16,6 Prozent. Mit 1,9 Milliarden Euro erreichten sie im Jahr 2011 einen Anteil von 15 Prozent am Thüringer Export.

"Fahrgestelle, Karosserien und Motoren für Kraftfahrzeuge" standen im Jahr 2011 ganz oben auf der Liste der bedeutendsten Thüringer Exporterzeugnisse. Mit einer Zunahme von 38,8 Prozent gegenüber dem Jahr 2010 erreichte diese Warenuntergruppe im Jahr 2011 einen Exportwert von 1,55 Milliarden Euro. Es folgten "Personenkraftwagen und Wohnmobile" mit einem Warenwert von 891 Millionen Euro sowie "pharmazeutische Erzeugnisse" mit einem Warenwert von 735 Millionen Euro. Während der Export von "Personenkraftwagen und Wohnmobile" im Jahr 2011 gegenüber dem Jahr 2010 spürbar zurückging (- 14,2 Prozent), konnte der Export von "pharmazeutische Erzeugnisse" mehr als verdoppelt werden (+ 102,6 Prozent). Im Jahr 2011 entfielen ein Viertel aller Thüringer Exporte auf die drei genannten Warenuntergruppen.

"Fahrgestelle, Karosserien und Motoren für Kraftfahrzeuge" wurden im Jahr 2011 aus Thüringen insbesondere nach Spanien (309 Millionen Euro), nach Ungarn (174 Millionen Euro) und in die Tschechische Republik (143 Millionen Euro) exportiert.

Einfuhren

Der Anteil der Thüringer Importe am deutschen Jahresergebnis in Höhe von 903 Milliarden Euro be-trug im Jahr 2011 lediglich 0,9 Prozent.

Die Volksrepublik China behauptete auch im Jahr 2011 mit gelieferten Waren im Wert von 767 Milliarden Euro die Spitze der bedeutendsten Lieferländer für Thüringer Einfuhren, gefolgt von Italien (642 Millionen Euro) und Polen (531 Millionen Euro).

Mit einem Anteil von 10,6 Prozent führte die Warenuntergruppe "Fahrgestelle, Karosserien und Moto-ren für Kraftfahrzeuge" im Jahr 2011 die Liste der Thüringer Importe an. Dies entsprach einem Warenwert von 846 Millionen Euro. Es folgten "chemische Vorerzeugnisse" (350 Millionen Euro) und "Möbel" (340 Millionen Euro).

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