Thüringer Flugzeugbaufirma stellt hochmodernen Prototypen auf Luftfahrtmesse vor

Eisenach  Die Firma Horten Aircraft präsentiert ihren Nurflügler in Friedrichshafen. Der Prototyp befindet sich in der Erprobungsphase.

Der Prototyp des Flugzeuges landet nach einem Testflug am Flugplatz Eisenach-Kindel.

Der Prototyp des Flugzeuges landet nach einem Testflug am Flugplatz Eisenach-Kindel.

Foto: Tobias Kromke

Viele neugierige Blicke sind dem Kleinflugzeug aus Thüringen gewiss, wenn sich in Friedrichshafen heute die Tore zur Luftfahrtmesse „Aero Expo 2019“ öffnen. Auf dieser Branchenschau am Bodensee stellt die Thüringer Firma Horten Aircraft ihre Entwicklung erstmals der Öffentlichkeit vor. Zweisitzig, hochmodern, sparsam – ein Leichtflugzeug ohne Rumpf, ein sogenannter Nurflügel.

Nach drei Jahren Entwicklungszeit stellt die Thüringer Flugzeugbaufirma den Prototypen vor, welcher sich bereits in der Flugerprobung befindet.

„Wegen seines geringen Luftwiderstands fliegt der Nurflügel weiter und schneller als vergleichbare Flugzeuge mit einem Rumpf“, so Bernhard Mattlener, Geschäftsführer des zur Eisenacher Lindig-Gruppe gehörenden Unternehmens.

„Das riesige Stauvolumen in den Tragflächen wird dem Nurflügel zum Durchbruch verhelfen, denn es ist ideal für neue Antriebstechniken“. Horten Aircraft plant auf der Basis des gegenwärtigen Prototypen verschiedene Weiterentwicklungen, etwa unbemannte oder auch mehrsitzige Varianten.

Die Flugzeuge sollen am Sitz des Unternehmens, am Verkehrslandeplatz Kindel bei Eisenach, gebaut werden. Dort startet und landet auch der – jetzt in Friedrichshafen gezeigte – Prototyp der Maschine. Versehen mit einer „vorläufigen Verkehrszulassung“ des Luftfahrtbundesamtes – eigens vergeben für die ausgiebige Erprobung – steuert Testpilot Kai Schülter das Versuchsflugzeug HX-2. Die Flüge dienen dem exakten Ermitteln der Flugleistungen und der Flugeigenschaften.

Das komplette Erprobungsprogramm wird sich über einen Zeitraum von mehreren Monaten erstrecken.

Erste Entwürfe zu derartigen Nurflügel-Maschinen gab es bereits Anfang des 20. Jahrhunderts. So erhielt bereits im Jahr 1910 Hugo Junkers ein entsprechendes Patent. Der Firmenname des Thüringer Unternehmens erinnert zudem an den visionären Flugzeugkonstrukteur Reimar Horten. Der lebte zwischen 1915 und 1994 und gilt gemeinhin in der Flugzeugbranche als ein Pionier auf dem Gebiet dieser Nurflügel-Technik.

Der Eisenacher Unternehmer Sven Lindig, der einen Familienbetrieb in vierter Generation führt, hat eine Luftfahrttechniksparte gegründet, die auch Ultraleichtflugzeuge und den Tragschrauber Rotorvox fertigt.