Thüringer Gastgewerbe soll Perspektive bekommen

Weberstedt/Erfurt.  Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) legt einen Plan zur stufenweisen Wiedereröffnung der Betriebe vor. Darunter auch ein Fahrplan für Betreiber von Kneipen, Restaurants, Herbergen und Hotels.

Mit verwaisten Stühlen vor der historischen Kulisse als Symbol aktueller Not haben in der Landeshauptstadt 84 Gastronomen aus Erfurt und Umgebung in zwei getrennten Versammlungen bei der bundesweiten Aktion "Leere Stühle" mitgemacht und so auf die Not der Branche in der Corona-Krise hingewiesen.

Mit verwaisten Stühlen vor der historischen Kulisse als Symbol aktueller Not haben in der Landeshauptstadt 84 Gastronomen aus Erfurt und Umgebung in zwei getrennten Versammlungen bei der bundesweiten Aktion "Leere Stühle" mitgemacht und so auf die Not der Branche in der Corona-Krise hingewiesen.

Foto: Sascha Fromm

Die Betreiber von Kneipen, Restaurants, Herbergen und Hotels in Thüringen sollen eine wirtschaftliche Perspektive aufgezeigt bekommen. Dafür hat Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) am Dienstag einen Plan zur stufenweisen Wiedereröffnung der Betriebe konkretisiert. Dieser sieht in drei Phasen eine Freigabe der Firmen bei Einhaltung bestimmter Bedingungen vor. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.

Demnach soll am 13. Mai die Campingplätze öffnen. In der zweiten Welle starten nach den Plänen des Ministers am 22. Mai die Kneipen, Cafés und Restaurants den Betrieb. Auch Pensionen, Gasthöfe und Hotels sollen dann wieder Gäste empfangen dürfen, wenn sie strikte Infektions- und Arbeitsschutzbestimmungen einhalten können. So müssten Beherbergungsbetriebe etwa über entsprechende sanitäre Einrichtungen auf den Zimmern verfügen.

Im Außenbereich der Gaststätten müssen die Betreiber in den Innenstädten eine räumliche Abgrenzung vom öffentlichen Bereich gewährleisten. Auch die Unternehmen der Freizeitwirtschaft, Tourist-Informationen, Nationalparks und Naturparkzentren sollen ab dem 22. Mai wieder starten dürfen, wenn das jeweilige Geschäftsmodell die Einhaltung der Regeln zulässt.

Nach einer epidemiologischen Prüfung könnten nach den Vorstellungen Tiefensees am 8. Juni alle übrigen Hotel- und Gastbetriebe öffnen, etwa Schullandheime. Entsprechend der aktuellen Situation müsse man dann auch über die Öffnung von Clubs und Diskotheken und die Beherbergung von Gästen aus dem Ausland entscheiden.

Der CDU-Fraktion im Landtag geht Tiefensees Plan nicht schnell genug. Sie fordert eine Lockerung der Auflagen bereits ab Montag, den 11. Mai, so Parlamentsgeschäftsführer Andreas Bühl. Vor allem auf Christi Himmelfahrt am 21. Mai ruhten die Hoffnungen vieler Gastwirte.

Als einen „ersten Schritt in die richtige Richtung“, bezeichnete der Präsident des Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) Thüringen, Mark A. Kühnelt, die Pläne des Wirtschaftsministers. Allerdings sei die Lage in der Branche schon jetzt sehr dramatisch und mit jedem Tag, der geschlossen bleiben muss, spitze sich die Situation zu. Die bisher gezahlten Zuschüsse reichen seiner Meinung nach nicht aus. „Die 45 Millionen Euro waren aller Ehren wert, aber da muss nachgelegt werden“, forderte Kühnelt.

Unterdessen hat der Gründer und Betreiber der Ferienanlage Waldresort in Weberstedt im Hainich Klage beim Oberverwaltungsgericht in Weimar gegen die Corona-Vorschriften des Landes eingereicht. „Unser Resort bietet die besten Voraussetzungen zur Einhaltung der notwendigen Hygienemaßnahmen“, ist Unternehmer Jürgen Dawo überzeugt.