Thüringer Hotels zu Feiertagen gut gebucht

Erfurt.  Zu den Feiertagen sind viele Hotels in Thüringen ausgelastet. Der Gesamtumsatz ist aber nach vor niedriger als in anderen Bundesländern.

Das Berg & Spa-Hotel in Gabelbach nahe Ilmenau –  hier Direktor Lars Schütze –  ist zu den Feiertagen ausgebucht.

Das Berg & Spa-Hotel in Gabelbach nahe Ilmenau – hier Direktor Lars Schütze – ist zu den Feiertagen ausgebucht.

Foto: Gerald Müller

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Nach Angabe des Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) Thüringen ist die Auslastung der Hotels im Freistaat zu den Feiertagen „gut bis sehr gut“. Der Aufwärtstrend der letzten Monate bestätige sich, so Hauptgeschäftsführer Dirk Ellinger.

Es gebe neben gut gebuchten Häusern in den Städten Erfurt, Weimar, Jena, Gotha oder Eisenach auch sonst eine Vielzahl von Hotels in verschiedenen Regionen, die kaum noch Kapazitäten haben. Der Regionalverbund Thüringer Wald stellt durch Projektmanager Adrian Leeder fest: „Die Tage rund um Weihnachten und die Silvesternacht sind ein gut gebuchter Zeitraum, wobei die Auslastung rund um den Jahreswechsel aufgrund attraktiver Arrangements in der Regel noch etwas höher ist.“

Aufenthaltsdauer liegt durchschnittlich unter drei Tagen

Die meisten Gäste bleiben aber oft nur wenige Tage, von Januar bis September betrug laut Thüringer Tourismus GmbH die durchschnittliche Aufenthaltsdauer 2,6 Tage. „Wir sind als Bundesland ein klassisches Kurz-Urlaubsziel“, stellt Sprecherin Mandy Neumann fest. Ein längeres Verweilen sei verhältnismäßig selten beziehungsweise werde vom Wetter abhängig gemacht.

„Wenn Schnee im Mittelgebirge liegt, wirkt sich das sofort auf die Buchungen aus“, so Ellinger, der sich insgesamt jedoch „mehr Selbstbewusstsein der Gastgeber“ wünscht. „Denn wir haben viel zu bieten, trommeln aber zu wenig.“ Deshalb sei er auch froh über den österreichischen Investor, der in Oberhof ein Vier-Sterne-Familienhotel baut, „denn wir brauchen mehr Häuser der höheren und gehobenen Kategorie“.

Problematische Personalsituation in der Branche

Ellinger verweist darauf, dass die meisten Hoteliers und Gastronomen schon zufrieden mit der Sommer- und Herbstsaison waren, weil die Ankünfte und Übernachtungen insgesamt zugenommen haben. Allerdings habe Thüringen auch in diesem Jahr den letzten Platz aller Bundesländer beim Durchschnittsumsatz pro Betriebsstätte trotz Steigerung nicht verlassen können. „Nach wie vor“, so Ellinger „ist die Personalsituation das Hauptproblem in der Branche, was auch mit dem unflexiblen Arbeitszeitgesetz zusammen hängt“. Der Mangel an Servicekräften führe dazu, dass in manchen Hotels und Gaststätten Öffnungszeiten reduziert oder Veranstaltungen nicht angenommen werden könnten. Zudem gestaltet sich die Suche nach Nachfolgern als schwierig, weshalb Betriebe – besonders im ländlichen Raum – auch immer wieder schließen müssen. Mit dem Verschwinden des letzten Gasthauses im Dort sterbe oft ein Stück Kultur und Identität im Ort.

Anzahl der Azubis hat zugenommen

Doch es gebe Lichtblicke. So registriert der Dehoga, dass die Anzahl der Auszubildenden im Gastgewerbe des Freistaates 2019 gegenüber dem Vorjahr um fast mehr als 200 auf 1173 gestiegen ist. Ein Großteil der Azubis kommt dabei aus dem Ausland, insgesamt sind 21 Nationen – mit Vietnam als Spitzenreiter – in der Ausbildung.

In Thüringen gibt es aktuell 234 Hotels, die durch den Deutschen Hotel - und Gaststättenverband gelistet sind. Sie verteilen sich folgendermaßen:

  • Fünfsterne-Hotels: 2 (Romantik-Hotel auf der Wartburg in Eisenach, Dorint-Hotel am Dom in Erfurt)
  • Vier-Sterne-Hotels: 74
  • Drei-Sterne-Hotels: 149
  • Zwei-Sterne-Hotels: 8
  • Ein-Stern-Hotels: 1
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