Thüringer Innovationspreis (1): Notunterkünfte nach dem Lego-Prinzip

Gehlberg  Gehlberg. Das Unternehmen PolyCare aus Gehlberg entwickelt steckbare Bauelemente und könnte so den knapper werdenden Unterbringungsmöglichkeiten etwas entgegen setzen.

Mitarbeiter Sebastian Blum baut einHaus mit Balkenlage aus steckbaren Polymerbetonsteinen. Foto: Polycare

Mitarbeiter Sebastian Blum baut einHaus mit Balkenlage aus steckbaren Polymerbetonsteinen. Foto: Polycare

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Rund eine Million Flüchtlinge werden in diesem Jahr in Deutschland erwartet. Auch in Thüringen werden es Zehntausende sein.

Überall fehlt es an festen Unterkünften, Unterbringungsmöglichkeiten werden knapp. Die Firma PolyCare Research Technology hat hier einen innovativen Trumpf in der Hand. Das Unternehmen entwickelte steckbare Bauelemente, die zur Konstruktion von Not- und Dauerunterkünften verwendet werden können. Die Steine funktionieren als ein modulares Aufbausystem und können wie Lego-Spielbausteine beliebig aufeinandergesetzt werden. Diese Steine werden aus einem besonderen Polymerbeton gegossen, der kostengünstig zu knapp 90 Prozent aus lokal vorhandenen Materialien hergestellt werden kann.

Die Rezeptur erlaubt dabei einen deutlich verringerten Anteil von Bindemittel (10 Prozent weniger Harz als üblich) und die Nutzung bisher nicht nutzbarer Füllstoffe – so etwa alle Sandsorten. All das zusammen macht das Bauen laut Hersteller preiswerter als herkömmliche Bauverfahren. Die Bausteine sind innerhalb von 12 Stunden ausgehärtet und besonders widerstandsfähig gegenüber Umwelteinflüssen. Auf diese Weise können Gebäude ohne fremde Unterstützung und ohne schwere Technik errichtet und jederzeit neu umgebaut werden.

Das Unternehmen unter Geschäftsführer Gerhard Dust hat sich 2010 als Reaktion auf die Erdbebenkatastrophe in Haiti gegründet, um neue Technologien und Werkstoffe für den Wohnungsbau zu entwickeln, die die Bevölkerung nach dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ unterstützen. Das s kommt vielleicht zur rechten Zeit.

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