Thüringer Kunststoffindustrie mit mehr als 50.000 Beschäftigten

Ilmenau. Oftmals unterschätzte Branche erbringt ein Fünftel der Wirtschaftskraft des Landes. Die Exportquote liegt über dem Landesschnitt.

Nadine Tamm von der Schuster Kunststofftechnik GmbH Waltershausen mit einer Auto-Mittelkonsole mit Berührungssensorik. Das Unternehmen ist Mitglied im Thüringer Branchenverband der Kunststoffindustrie. Archiv-Foto: Martin Schutt, dpa

Nadine Tamm von der Schuster Kunststofftechnik GmbH Waltershausen mit einer Auto-Mittelkonsole mit Berührungssensorik. Das Unternehmen ist Mitglied im Thüringer Branchenverband der Kunststoffindustrie. Archiv-Foto: Martin Schutt, dpa

Foto: zgt

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Wenn von Industrie in Thüringen die Rede ist, dann zumeist von der Automobil-Zulieferbranche, dem Maschinen- und Anlagenbau, der Optik oder Medizintechnik.

"Dagegen wird die Bedeutung der Kunststoffbranche für Thüringen oftmals unterschätzt", ist Christine Voss vom Branchenverband "Polymermat" mit Sitz in Ilmenau überzeugt.

Gemeinsam mit dem Fachgebiet Kunststofftechnik der Technischen Universität Ilmenau hat der Verband diverse Datenbanken analysiert, um sich einen aktuellen Überblick über die Branche in Thüringen zu verschaffen. Herausgekommen sind dabei bemerkenswerte Daten.

Demnach gibt es gegenwärtig in Thüringen 733 Kunststoffbetriebe mit zusammen mehr als 50"000 Beschäftigten. Sie erwirtschafteten im zurückliegenden Jahr einen Umsatz von mehr als zehn Milliarden Euro und trugen gut ein Fünftel zur gesamten Wirtschaftsleistung des Landes bei.

Kein regionaler Schwerpunkt

Einen regionalen Schwerpunkt für die Branche gibt es dabei offenkundig nicht. Es finden sich ebenso Kunststoffunternehmen in Rudolstadt oder Jena wie in Waltershausen, Blankenhain, Ohrdruf, Krauthausen oder Buttelstedt.

Zutage traten bei der Untersuchung der beiden Partner zahlreiche statistische Ungenauigkeiten, bestätigt Christine Voss. So seien Firmen, die zu großen Teilen Kunststoffteile herstellen, den Automobilzulieferern zugeordnet worden. Ähnliche Abgrenzungsprobleme gebe es zu anderen Branchen.

Mehr als ein Drittel ihren Umsatzes erwirtschaften die Unternehmen der Kunststoffbranche nach den Daten der jüngsten Erfassung im Export. Damit liege die Exportquote der Branche deutlich über der allgemeinen Quote Thüringens.

Angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels setzt auch die Kunststoffbranche auf gezielte Nachwuchswerbung und Ausbildung. So präsentiert sich die Branche seit Jahren auf den Messen "Jobfinder" und "Forum Berufsstart" in Erfurt. Die Mitgliedsunternehmen bieten Praktika für Schüler und Jugendliche oder Schnuppertage an, um den Firmenalltag zu erleben.

Gemeinsam mit der Firma "Gebrüder Dürrbeck Kunststoffe" aus Buttelstedt ist der Verband "Polymermat" auch auf der Messe "Jobfinder 2015" am 27. Juni in Erfurt vor Ort und bewirbt offene Arbeitsplätze in der Kunststoffindustrie.

Angemessene Löhne sind für das Gewinnen und Halten von Fachkräften für die Firmen der Branche unerlässlich.

Ziel der Branchenverbandes ist es, dass die Kunststoffindus-trie ihre Position unter den vier stärksten Branchen im verarbeitenden Gewerbe in Thüringen weiter ausbaut.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren