Unternehmen in Weida startet Maskenproduktion

Weida.  Eine Million Atemschutzmasken pro Woche. Ein Unternehmen in Weida nimmt die erste vollautomatische Maschine in Betrieb.

Gestartet: Die erste vollautomatische Maschine fertigt die ersten OP-Masken in der Breckle-Matratzenwerk Weida GmbH.

Gestartet: Die erste vollautomatische Maschine fertigt die ersten OP-Masken in der Breckle-Matratzenwerk Weida GmbH.

Foto: Bodo Schackow / dpa

Eine Million medizinische Atemschutzmasken pro Woche will die Firma Breckle Matratzenwerk in Weida (Landkreis Greiz) vorerst fertigen. Auftraggeber ist das Bundesgesundheitsministerium. Am Freitag wurde dafür die erste vollautomatische Maschine gestartet. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.

Die Vorbereitungen laufen bereits seit März, erzählt Verena Burkhardt vom Vertrieb. Denn das Unternehmen, das bisher auf Matratzen aller Art spezialisiert ist, möchte künftig auch medizinische Atemschutzmasken herstellen.

Die medizinischen Schutzmasken haben die erforderliche CPA-Zertifizierung. Diese so schnell zu bekommen, sei vor allem gelungen, weil Breckle bereits Erfahrungen aus der Matratzenproduktion mit Medizinprodukten habe. Noch im März sei mit dem Nähen von hochwertigen Schutzmasken begonnen worden, erzählt Firmenchef Gerd Breckle.

Näherinnen hatten im Drei-Schicht-System auch an den Wochenenden gearbeitet, um die Nachfrage zu befriedigen. Das Thüringer Innenministerium war Abnehmer der ersten 250.000 Masken, unter anderem um die Polizei damit auszurüsten. Regierungschef Bodo Ramelow (Linke) lobte zum Produktionsstart am Freitag das Engagement des Unternehmens.

Die Corona-Pandemie habe gezeigt, wie gefährlich es sei, wenn die Produktion lebenswichtiger Güter komplett ins Ausland verlagert werde, betont er. Breckle sei es nun gelungen, die Herstellung hochwertiger medizinischer Atemschutzmasken wieder komplett nach Deutschland zu holen.

Denn selbst die Maschine, die seit Freitag in rasantem Tempo Masken zusammennäht, wurde in Deutschland extra für diese Produktion entwickelt. Auch die Ausgangsstoffe für die Masken kommen alle ausschließlich aus Deutschland, versichert Verena Burkhardt. Damit werde die hohe Qualität garantiert.

Um die große Nachfrage nach sicheren Atemschutzmasken zu befriedigen, wird in zwei Wochen eine zweite Maschine die Produktion aufnehmen. Dann sei es auch möglich, weitere Kunden zu beliefern. Ab September geht noch eine dritte Maschine an den Start, um im Sekundentakt medizinische Atemmasken zu fertigen. Mit dem Einsatz der Maschinen können sich die Mitarbeiter von Breckle auch wieder auf ihr Kerngeschäft konzentrieren, die Matratzenproduktion.

Der einmal geweckte Ehrgeiz der Weidaer hat zudem dazu geführt, dass noch eine weitere Produktionslinie am Freitag starten konnte. Neben den medizinischen Gesichtsmasken werden auch Masken im FFP2-Standard produziert.

Diese schützen das Gesicht noch besser und können zudem kleinste Staubpartikel abhalten. Der Sondermaschinenbau Ruhlamat GmbH aus Marksuhl (Wartburgkreis) entwickelte und baute diese Fertigungslinie.