Unternehmer-Netzwerk aus der Taufe gehoben

Kirchheilingen  Unternehmer aus dem Unstrut-Hainich-Kreis wollen gemeinsam nach neuen Ansätzen suchen, um junge Menschen in der Region zu halten. Zweites Treffen im Januar

Am Mittwochabend trafen sich erstmals die Interessenten für das neue Netzwerk „Thüringer Unternehmer im Dialog“ im „Alten Speicher“ in Kirchheilingen. Foto: Jens König

Am Mittwochabend trafen sich erstmals die Interessenten für das neue Netzwerk „Thüringer Unternehmer im Dialog“ im „Alten Speicher“ in Kirchheilingen. Foto: Jens König

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Es ist die Gretchenfrage am Mittwochabend in Kirchheilingen, auf die niemand so recht eine Antwort weiß: Wie schaffen wir es, junge Menschen in der Region zu halten? Auch Landrat Harald Zanker (SPD) gibt in der Runde im „Alten Speicher“ unumwunden zu: „Bei mir steht, was das angeht, ein ganz großes Fragezeichen über dem Kopf.“

Um Lösungen für dieses Problem zu finden, soll im Landkreis ein Unternehmer-Netzwerk aufgebaut werden. Die Schirmherrschaft hat Harald Zanker übernommen. Die Initiative geht von der Thüringer Ehrenamtsstiftung aus, die bereits ähnliche Projekte in anderen Regionen angeschoben hat. Beispiele wurden am Mittwoch aus Suhl und dem Raum Eisenach gezeigt. Für das Netzwerk „ThUiD – Thüringer Unternehmen im Dialog“ im Unstrut-Hainich-Kreis sollen perspektivisch aus dem Kreis der hiesigen Unternehmerschaft Sprecher bestimmt werden, die das Projekt koordinieren und vorantreiben. Ein nächstes Treffen ist schon für den 20. Januar vorgesehen.

Der Einladung zur Auftaktveranstaltung waren rund zwanzig Gäste gefolgt – neben Verantwortlichen kleiner und mittelständischer Unternehmen auch Dieter Faklam, Schulleiter des Gymnasiums in Großengottern.

„Eines ist klar, wir brauchen keine weitere Berufsinformationsmesse“, machte Harald Zanker deutlich. Gefunden werden müsse ein Kanal, mit dem die Schüler wirksamer angesprochen werden. Denn viele locke die Großstadt, weil sie gar nicht wüssten, was es für vielseitige Angebote im Kreis gebe.

„Wir führen die Kinder viel zu spät an das Thema ‚Unternehmen‘ hin“, urteilte Bernhard Helbing, Geschäftsführer von TMP aus Bad Langensalza. „Sie wissen gar nicht, wie ein Betrieb funktioniert.“ Wenn die Schüler aber dann vor Ort seien, könne man durchaus ihr Interesse und ihre Begeisterung wecken.

Ähnlich sah das Erika Thomas, die Leiterin des Awo-Seniorenwohnparks in Schlotheim. „Wenn wir Praktikanten haben, dann ziehen viele in der ersten halben Stunde ein langes Gesicht“, so ihre Erfahrung. Nach einem Tag ändere sich die Einstellung der meisten Schüler. „Meiner Meinung nach ist ein Tag Praktikum auch viel zu wenig“, so Erika Thomas.

Schulleiter Dieter Faklam warb für mehr Kooperationen zwischen Schulen und Unternehmen. „Die Schüler können auch viel zurückgeben. Es gibt hier beispielsweise hervorragende Solisten, die Firmenfeiern gestalten können.“

Von einem neuen Weg, Jugendliche zu erreichen, berichtete Florian Arndt von der Filmproduktionsfirma Sons of Motion Pictures: „Wenn wir hier in unserer Heimat drehen, dann sind das Werbespots zur Nachwuchsgewinnung.“

Bis zum Januar sind die Teilnehmer aufgerufen, konkret zu formulieren, wo der Schuh drückt. Neue Mitstreiter sind dem Netzwerk willkommen.

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