Verkehrsminister Carius kündigt Abhilfe am Nadelöhr Sömmerda-Ost an

Mit guten und leider auch weniger guten Nachrichten konnte Thüringens Verkehrsminister Christian Carius (CDU) beim gestrigen TA-Redaktionsgespräch aufwarten.

Der kleine Ort Dermsdorf bekommt gerade eine Ortsumgehung. Dafür sind 2,5 Kilometer Strecke und zwei Kreisverkehre gebaut worden, die vor der Fertigstellung sind. Jörg Römhild (links) und Mario Rolle setzen gestern Bordsteine am Kreisel in der Nähe der Streitseen. Foto: Ina Renke

Der kleine Ort Dermsdorf bekommt gerade eine Ortsumgehung. Dafür sind 2,5 Kilometer Strecke und zwei Kreisverkehre gebaut worden, die vor der Fertigstellung sind. Jörg Römhild (links) und Mario Rolle setzen gestern Bordsteine am Kreisel in der Nähe der Streitseen. Foto: Ina Renke

Foto: zgt

Sömmerda. Schlecht sei, so Carius, dass ein Vergabestreit die Freigabe des vorletzten Bauabschnittes der A 71 im Kyffhäuserkreis verzögert. Zwei Firmen sind vor die Vergabekammer gezogen, um zu klären, wer den Auftrag zum Anbringen der Leitplanken bekommen muss. "Ohne die Leitplanken geht es nicht. Deshalb wird dieses Teilstück bis zur A 38 Wohl erst im Januar 2013 fertig."

Auf die immer wieder gestellte Frage nach der Ortsumfahrung der B 4 für Straußfurt und Gebesee antwortete der Minister wie gehabt. "Vor 2015 passiert gar nichts, 2016 und 2017 auch nicht. Es liegt noch nicht einmal Baurecht vor. Die Finanzierung ist Sache des Bundes und der beginnt keinerlei Projekte neu. Selbst die Einordnung als ’vordringlicher Bedarf’ hilft da nicht", sagte Carius und schob dennoch nach: "Es ist aber nichts vom Tisch".

Freuen können sich hingegen die Dermsdorfer und ganz besonders die vielen Pendler, denen die fehlenden 11,3 Kilometer Autobahn im Kreisgebiet die Fahrzeit verlängern. Ende November, so kündigte der Minister gestern an, wird die 2,5 Kilometer lange und rund 3,7 Millionen Euro teure Ortsumfahrung Dermsdorf fertig sein. "Es läuft alles nach Plan. Dieser Abschnitt ist sehr wichtig, weil wir ab Januar 2013 noch mehr Verkehr bekommen. Ich weiß, dass das für die Anwohner kein Vergnügen ist. So beschwerte sich schon der Schillingstedter Bürgermeister bei mir über den Wahnsinnsverkehr." Bis Ende 2014/Anfang 2015 wird das so bleiben. Erst dann ist der letzte Abschnitt der A 71 fertig.

Dieses Teilstück war in der Grobplanung mit 50 Millionen Euro eingeordnet. Um es fertigzustellen, sind jetzt 70 Millionen Euro erforderlich. Die Verdichtung des Untergrundes im Raum Etzleben auf 45 000 Quadratmetern war 2010 nicht nur notwendig und teuer, sie half auch, den Baufortgang nach außen darzustellen. "Ich bin froh, dass wir das alles so auf die Reihe bekommen haben. Letztlich muss man sagen, dass zu viele Maßnahmen angefangen worden sind, ohne dass sie ausfinanziert waren." Nun sei der Abschluss des Autobahnbaus gesichert, weil Mittel aus dem Europäischen Fond für Regional-Entwicklung bereitstehen.

Der Minister blieb gestern bei der Aussage, dass die Raststätte "Leubinger Fürstenhügel" erst nach der Verkehrsfreigabe der A 71 gebaut wird. "Die Deges ist beauftragt, dazu die Ausschreibung vorzubereiten."

Mit zwei Lösungen aus dem eigenen Haus will Christian Carius die Kraftfahrer im Raum Sömmerda/Kölleda in absehbarer Zeit schneller an ihr Ziel bringen. Bekannt und gefürchtet ist der ständige Stau auf der Autobahnbrücke Sömmerda-Ost. "Wir werden hinter der Brücke den Mittelstreifen der A 71 öffnen und hier den Verkehr Richtung Frohndorf abfließen lassen. Das ist ab 16. November 2012 eine vorübergehende Lösung bis Ende 2014", so Carius.

Wieder hervorgeholt wurden Pläne, wonach die Region Kindelbrück an die A 71 in Sömmerda-Ost bzw. später Kölleda angebunden wird. "Zwischen Leubingen und Griefstedt gibt es einen Wirtschaftsweg, der zum 1. Januar 2013 zur Landesstraße wird. Ich denke, wir können nächstes Jahr den Um- und Ausbau schaffen. Dazu gab es bereits Gespräche mit Griefstedt und Riethgen, ebenso mit dem Agrarunternehmen. Die Leag hatte für die Straße einen riesigen Erhaltungsdruck."

Carius geht davon aus, mit Landesgeldern den altbekannten Schleichweg zwischen den Dörfern zu ertüchtigen und für den Verkehr sicher zu machen.

Die nächsten Etappen:

Die Ortsumgehung für Dermsdorf wird im Zusammenhang mit der Autobahn A 71 realisiert. Ende November 2012 haben die Kraftfahrer wieder freie Fahrt!

Auf Kosten des Freistaates wird aus dem Wirtschaftsweg Leubingen-Griefstedt 2014 eine Landesstraße. Die Planung soll im Jahr 2013 erfolgen, die Ausführung im Jahr darauf.

Ab 16. November 2012 tritt an der A 71-Sömmerda/Ost ein Provisorium in Kraft, das die Verkehrssituation entspannen soll. Es geht dann von der Autobahn direkt weiter Richtung Kölleda/Buttstädt.

Im Januar 2013 wird das Teilstück der A 71 im Kyffhäuserkreis freigegeben, Ende 2014/Anfang 2015 der letzte Abschnitt im Landkreis Sömmerda