Vortragstag im Landwirtschaftsamt mit Referat über Bienensterben

Leinefelde-Worbis (Eichsfeld). Breit gestreut waren die Themen der Vortragsveranstaltung am Dienstag beim Landwirtschaftsamt Leinefelde, zu der mehr als 200 Landwirte und Gäste aus den Landkreisen Eichsfeld und Unstrut-Hainich kamen.

Bienenforscher Gerhard Liebig sagte, dass nur die Bekämpfung der Varroamilbe mit organischen Säuren die Bienenvölker schützt. Foto: Jürgen Backhaus

Bienenforscher Gerhard Liebig sagte, dass nur die Bekämpfung der Varroamilbe mit organischen Säuren die Bienenvölker schützt. Foto: Jürgen Backhaus

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So erörterte eine Unternehmensberaterin aus Göttingen betriebswirtschaftliche Fragen zur Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU und sprach auch eine Vertreterin des Thüringer Ministeriums für "Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie" sowie ein Praktiker über Tierschutz bei der Nutztierhaltung. Einen engagierten Vortrag des Bienenwissenschaftlers Gerhard Liebig erlebten die Landwirte und Gäste zum Thema "Das Bienensterben - hausgemacht oder Fremdeinwirkung?" nach der Mittagspause. Liebig, Autor des Buches "Einfach Imkern", war von 1976 bis 2011 Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Landesanstalt für Bienenkunde der Universität Hohenheim bei Stuttgart.

Die Antwort auf die Thema-Frage nahm er gleich vorweg. Das Bienensterben sei "hausgemacht", liege am Imker. Die Völker würden jeden Winter überleben, wenn sie im Herbst nahezu milbenfrei, in ausreichender Stärke und gut versorgt eingewintert würden. Entscheidend sei die Varroamilben-Bekämpfung im Winter. Dass seit Jahren ein ominöses Bienensterben durch die Medien geistere, versehen mit Ursachen wie dem Einsatz von Pestiziden, nannte Liebig eine "große Blase" mit viel "Quatsch" und (von ihm nachgewiesen) bewusst falschen Aussagen. Um "Rettung ihres Publikums" bemühte Medien, High-Tech-Experten sowie "Schützer" würden durch gegenseitiges Bestärken "Tatsachen" schaffen.

In Wahrheit habe die Völkerzahl abgenommen, aber der Honigertrag sei gestiegen. Wissenschaftliche Institute und Fachbehörden hätten festgestellt: "Die Anwendung zugelassener Pflanzenschutzmittel nach Vorschrift verursacht kein Bienensterben." Ohne Pflanzenschutz sei die Produktion von Lebens- und Futtermitteln in ausreichender Menge nicht möglich. Liebig, heute Gastwissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum, tat bis zur Pensionierung 2011 in Hohenheim folgendes: Läuse zählen", Milben zählen", "Bienen zählen" und "Imker zählen". Letzteres betraf Konzepte zur Aus- und Fortbildung der Bienenhalter.

Während der Tagung wurden die besten Ausbildungsbetriebe ausgezeichnet. Das sind beim Beruf Landwirt die Agrar GmbH Reinholterode, die Pro Land Nägelstedt, die Körner-GmbH & Co. Betriebs KG, die Landwirtschaftliche AG Küllstedt, die Agrargenossenschaft Kirchheilingen sowie die Lever Agrar AG Heiligenstadt, beim Beruf Fachkraft Agrarservice ebenfalls Lever, beim Tierwirt (Rind) die Agrargenossenschaft Großengottern, bei der Ausbildung von Hauswirtschaftshelfern das Obereichsfelder Bildungswerk in Leinefelde.

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