VR-Bank Mitte im Eichsfeld in starker Position

Heiligenstadt  Genossenschaftliches Kreditinstitut zieht eine positive erste Bilanz im Zuge der Fusion und präsentiert aktuelle Zahlen.

Rolf Döring, Uwe Linnenkohl, Bettina Maschke, Holger Willuhn und Björn Henkel (von links) bilden den Vorstand der VR-Bank Mitte eG. Im Rahmen der Mitarbeitersuche setzen sie auf eine neue Kampagne und Vielseitigkeit.

Rolf Döring, Uwe Linnenkohl, Bettina Maschke, Holger Willuhn und Björn Henkel (von links) bilden den Vorstand der VR-Bank Mitte eG. Im Rahmen der Mitarbeitersuche setzen sie auf eine neue Kampagne und Vielseitigkeit.

Foto: Eckhard Jüngel

Es war kein einfacher Prozess und keiner, der auf Knopfdruck funktionierte – die Fusion der Volksbank Mitte und der VR-Bank Werra-Meißner. Schließlich ist das Einzugsgebiet auf eine große Fläche verteilt: auf drei Bundesländer und vier Landkreise. Doch Ziel ist es, dass „zwei starke Partner eine gemeinsame Genossenschaftsbank bauen“, sagt Bankvorstand Holger Willuhn, der eine erste positive Bilanz zieht. Er geht davon aus, dass das Zusammenwachsen zwei bis drei Jahre dauern wird. Und er macht deutlich, dass es bei dieser Fusion keinen Personalabbau gibt, sondern vielmehr Mitarbeiter gesucht werden.

„2018 war ein ereignisreiches und herausforderndes Jahr“, lautet derweil die Zusammenfassung von Vorstand Uwe Linnenkohl mit Blick auf den Zusammenschluss, der seit Anfang des Jahres gilt. Er bescheinigt dem neuen Gebilde einen „positiven Geschäftsverlauf“. Die VR-Bank Mitte eG sei nunmehr die größte Genossenschaftsbank in Thüringen, heißt es.

Ihre Bilanzsumme liegt 2018 bei rund 2,3 Milliarden Euro, das wirtschaftliche Eigenkapital bei 239 Millionen Euro. Und während sich die Kundenkredite auf rund 1,09 Milliarden Euro belaufen, liegen die Kundeneinlagen bei etwa 1,6 Milliarden. Linnenkohl sieht eine „kerngesunde Basis“ und in der Entwicklung einen Vertrauenbeweis sowohl für das Geschäftsmodell als auch die Pläne.

Konkrete Pläne für die Zukunft

Im September allerdings – auch das lässt der Banker nicht unerwähnt – wird es in Heiligenstadt eine Zusammenlegung zweier Filialen geben. Das bedeutet, dass die in der Bahnhofstraße geschlossen wird. Im Landkreis gibt es derzeit in Teistungen, Uder, Worbis, Dingelstädt, Großbodungen, Heiligenstadt, Leinefelde und Niederorschel Filialen.

Dass eine Fusion in dieser Größenordnung Pionierarbeit ist, dessen ist sich Vorstandsmitglied Björn Henkel sicher, der zugleich von Stolz, Demut und der Mitmachbank spricht, „der modernen Übersetzung der Genossenschaftsbank“, und der auch die Verantwortung für die Region benennt. Seit diesem Monat geht es nun beim Fusionsweg um die Konkretisierung der Visionen und Strategien, die in Konzepte verpackt werden. Eine Vielzahl von Entscheidungen muss laut Vorstand Bettina Maschke vorbereitet und getroffen werden. Am 23. Februar soll es in Bad Sooden-Allendorf eine Mitarbeiterveranstaltung geben, bei der darüber berichtet wird, wo die einzelnen Abteilungen der Bank angesiedelt werden. 476 Be-schäftigte, darunter 32 Azubis, hat die VR-Bank Mitte.

Bis Juli, heißt es, laufe die Konkretisierungs- und Konzeptphase. Erfragt werden dabei auch die Erwartungen der Mitglieder. Am 14. September erfolgt schließlich die technische Fusion, die Zusammenlegung der Buchwerte. Momentan hat die neue Bank 50.039 Mitglieder; rund 15.000 kommen aus dem hiesigen Landkreis.

„Intensive Gedanken“ macht sich der Vorstand zudem in Sachen Fachkräftemangel. Derzeit gilt es allein zehn freie Stellen zu besetzen, berichtet Vorstand Rolf Döring. Mitarbeiter werden gesucht. Döring sieht die Bank als „attraktiven Arbeitgeber“, der sich auch für neue Berufsfelder wie die Fachkraft für Dialogmarketing öffnet und der nicht nur um Nachwuchs wirbt, sondern auch Quereinsteigern und Frauen und Männern ohne Bankausbildung Mut macht, sich zu bewerben. Das gilt auch für jene, „die ein neues Ziel erreichen wollen“. Neben Aus- und Fortbildung, Spezialisierung und Gesundheitsmanagement setzt die Bank auf Neues. Es sollen Homeoffice-Arbeitsplätze geschaffen werden. Nicht zuletzt gibt es eine Kampagne bei der Mitarbeitersuche in Form eines etwas anderen Obstturms.

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