Wasserburg in Niederroßla soll touristisch erschlossen werden

Mit kleinen Schritten nähern sich die Gemeinde Niederroßla und der Burg- und Heimatverein touristischer Nutzung. Die Wasserburg soll stärker zum Ziel- und Rastpunkt für Radler werden. Jochen Hänsch stünde als Betreiber bereit.

Der 68-jährige Jochen Hänsch aus Niederroßla bringt sich aktiv bei der Sanierung des ehemaligen Burgwächterraumes ein. Foto: Sascha Margon

Der 68-jährige Jochen Hänsch aus Niederroßla bringt sich aktiv bei der Sanierung des ehemaligen Burgwächterraumes ein. Foto: Sascha Margon

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Niederroßla. Die meisten Gemeinden verfügen nicht gerade über ein fettes Finanzpolster, so dass es bei ehrgeizigen Vorhaben immer auch auf die Mitwirkung von Ehrenamtlichen ankommt. In der Gemeinde Niederroßla gibt es dafür ein schönes personelles Beispiel.

Im Elefantendorf geht man damit schwanger, die Wasserburg in naher Zukunft touristisch nutzbar zu machen. Zumal Niederroßla mit dem höchsten Bergfried Deutschlands (immerhin 57 Meter) dafür geradezu prädestiniert ist. Einen Zwischenstop sei das doch allemal wert - noch dazu, wo die Burg quasi direkt am Ilmtal-Radweg liegt, findet nicht nur Bürgermeister Andreas Trübner (CDU), sondern der rührige Burg- und Heimatverein.

Flyer, herausgegeben vom Verein, gibt es seit längerer Zeit. In denen geht man auf die Baugeschichte, die Burgherren, aber auch Sagenhaftes ein. Klar, dass man auch auf den Bergfried verweist. Zudem tat sich nach und nach in den vergangenen Monaten einiges insbesondere im Bereich des ehemaligen Burgwächterraumes neben dem

Freiwillige Helfer leisteten viel Vorarbeit

Tor. Dort legten hauptsächlich die Rentner Jochen Hänsch, Siegfried Lunkenbein und Heinz Vogel ehrenamtlich Hand an. Sie entkernten das Gewölbe, legten eine altes Fenster frei, schafften jede Menge Dreck heraus, verfugten sauber und verputzen Teile der Decke neu, so dass absehbar daran gegangen werden kann, dort einen Holzboden, einen Tresen sowie Sitzmöglichkeiten einzubauen. Für den Unterputz hatte übrigens Udo Reise gesorgt.

Ziel ist es, für Spaziergänger, Radwanderer und Einheimische in der Sommersaison einen Anlaufpunkt zu schaffen. Entweder für eine Rast, es soll Getränke sowie ein von Fischbrötchen über Wiener bis Rostbratwurst und Eis reichendes Imbissangebot geben, oder einfach ein gemütliches Feierabendbier. Je nach Witterungslage könnten die Tische und Bänke auch in den abgeschirmten Burghof gestellt werden, erzählt Bürgermeister Andreas Trübner von den Plänen.

Anregungen hatten sich der ehemalige Bürgermeister Hans-Jürgen Dietsch und er sich in Schloss Brandenstein nahe Ranis geholt. Dort wurde Ähnliches bereits in einem Kellergewölbe verwirklicht.

Für die Arbeiten im Ex-Burgwächterraum - alles natürlich in Abstimmung mit dem Denkmalschutz - stellten der Burg- und Heimatverein sowie die Bergfried soll für Gäste zugänglich werden

Gemeinde das Material bereit. Rund 10.000 Euro sind insgesamt veranschlagt, damit das Ganze nutzbar wird. Ist alles fertig, möchte Jochen Hänsch die Rad- und Wanderschenke gern betreiben.

Neben dieser Möglichkeit einer touristischen Nutzung der Burg liegt das Hauptaugenmerk auf der dauerhaften Sicherung des Nord-Ost-Flügels der Burg. Die Provisorien müssen nach dem Teileinsturz 2008 ersetzt werden. Unter anderem ist geplant, im Inneren Stahlträger einzuziehen. Zudem soll das Dach teilweise neu gedeckt werden. Die Kosten bewegen sich bei rund 350.000 Euro, so Trübner. Auch Toiletten sind vorgesehen. Unterstützung erhofft man sich aus dem Topf der Städtebauförderung. Wann mit den Arbeiten begonnen werden kann, steht nicht genau fest.

Zu den Nutzungszielen zählt auch der Bergfried. Ihn zwecks Besteigung öffentlich zugänglich zu machen, erfordert gut 105.000 Euro. Für die Entwässerung und die Herstellung einer soliden Oberfläche im Innenhof werden 45.000 Euro veranschlagt. Ob das alles realisiert werden kann, bleibe abzuwarten, gibt sich Andreas Trübner realistisch.

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