Wegen Corona: Erste Umsatzrückgänge bei Lotto Thüringen

Suhl.  Die Corona-Pandemie schlägt zwar noch nicht vollends durch, dennoch gibt es schon erste Umsatzeinbrüche. Lotto Thüringen sucht zudem einen Großgewinner.

Sagenhafte 90 Millionen Euro – die Maximalsumme – liegen an diesem Freitag im Eurojackpot. Das lockt auch viele Tipper, die sonst nicht spielen.

Sagenhafte 90 Millionen Euro – die Maximalsumme – liegen an diesem Freitag im Eurojackpot. Das lockt auch viele Tipper, die sonst nicht spielen.

Foto: Patrick Seeger / dpa

Noch schlägt die Corona-Pandemie bei Lotto Thüringen nicht vollends durch: Aber die ersten Umsatzrückgänge verzeichnet das Unternehmen in Trägerschaft des Landes dennoch schon, wie Geschäftsführer Jochen Staschewski sagt. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog

Aus Staschewskis Sicht spielen Lotto Thüringen derzeit allerdings zwei glückliche Umstände in die Karten: Zum einen befänden sich etwa 650 der rund 700 Thüringer Annahmestellen in Tankstellen, Lebensmittelgeschäften und Zeitungsläden, mithin in Bereichen, die trotz der strikten Allgemeinverfügungen noch geöffnet haben. „Damit steht Thüringen gut da, in einigen anderen Bundesländern sieht das ganz anders aus“, so der Lotto-Chef. Zum anderen gebe es derzeit zwei „herausragende Jackpots“, die auch Tipper anlockten, die nicht regelmäßig ihr Lottoglück versuchen: Beim Samstagslotto von 6 aus 49 warteten in dieser Woche 17 Millionen Euro auf Glückspilze, beim Eurojackpot sind es an diesem Freitag 90 Millionen Euro – die Maximalsumme. „Viele Leute spielen erst ab einer gewissen Jackpot-Höhe Lotto oder Eurojackpot“, sagt Staschewski. Die hohen Summen würden deshalb derzeit „etwas helfen“, den Umsatzrückgang wieder auszugleichen.

Spieler steigen auf Online-Tippabgabe um

Dieser komme unter anderem dadurch zustande, dass derzeit gerade ältere Stammspieler besonders vorsichtig seien und die Annahmestellen nicht mehr so häufig aufsuchten. Ihnen legt der Geschäftsführer von Lotto Thüringen ans Herz, gleich einen Schein für mehrere Wochen auszufüllen – zumal wenn sie ohnehin stets die gleichen Zahlen tippen – oder auf das Onlinespiel umzusteigen. „Da haben wir im Moment auch verstärkt Anmeldungen.“ Allerdings sollten Spieler darauf achten, auf der richtigen Internetseite (www.lotto-thueringen.de) zu landen, „denn es gibt viele schwarze Schafe, die nur vorgeben, Lotto Thüringen zu sein“.

Derzeit bestehe kein Anlass zur Sorge, dass Lotto Thüringen seinen gesetzlich verankerten Verpflichtungen nicht nachkommen könne: „Der Landessportbund wird auch in diesem Jahr 9,58 Millionen Euro erhalten, die Liga der freien Wohlfahrtspflege zirka fünf Millionen usw.“ Selbst für das nächste Jahr müssten sich die großen Zuwendungsempfänger keine Sorgen machen. „Derzeit sehen wir keine Gefahr.“ Wie es allerdings bei anderen Engagements etwa für Feste oder Sportveranstaltungen sei, die Lotto Thüringen darüber hinaus seit Langem unterstütze, das hänge von der weiteren Entwicklung ab. Staschewski: „Wir werden das genau beobachten und im Sommer weiter entscheiden. Da müssen wir jetzt um Geduld bei allen bitten, die Anträge stellen.“

Hohe Sicherheitsvorkehrungen

Derweil adressiert Thüringens Lotto-Chef ein ausdrückliches Dankeschön sowohl an die Mitarbeiter in den Annahmestellen, die für das Gemeinwohl sorgen, als auch an die 70 Mitarbeiter in der Zentrale in Suhl, allen voran die IT-Mannschaft: Innerhalb weniger Tage sei es gelungen, den gesamten Betrieb auf Homeoffice umzustellen und dabei dennoch die extrem hohen Sicherheitsvorkehrungen einzuhalten. „Ich bin auf meine Mitarbeiter total stolz.“

Lotto Thüringen sucht zudem seit fast neun Monaten nach einem Großgewinner: Wie Geschäftsführer Jochen Staschewski sagt, hat sich ein Tipper, der in der Samstagsziehung 6 aus 49 am 27. Juli vergangenen Jahres steuerfreie 538.983,50 Euro gewann, bislang nicht gemeldet. Ein solch langer Zeitraum sei aus seiner Sicht bei Lotto Thüringen noch nie vorgekommen, so Staschewski. Allerdings blieben dem Glückspilz, der die Zahlen 5, 16, 17, 21, 23 und 35 tippte und damit komplett richtig lag, insgesamt drei Jahre Zeit, seien Tippschein vorzulegen. „Viele sind im Moment zu Hause und ziehen ihren Frühjahrsputz vor“, sagt der Lotto-Thüringen-Chef. „Vielleicht findet sich dabei der Lottoschein in einer Schublade.“ Wenn sich nach Ablauf der Dreijahresfrist niemand melde, wandere der Gewinn wieder in den großen Lottotopf und werde dann bei Sonderauslosungen ausgespielt.

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