Weimar-Werk GmbH stattet Tesla Motors in den USA aus

Weimar. Das Stahlbau-Unternehmen hat sich eine neue Firmenspitze gegeben.

Die neue Firmenspitze der Weimar-Werk GmbH: die Geschäftsführer Martin Plank und Thorsten Maywald sowie Prokurist Henry Börner (von links). Foto: Jens Lehnert

Die neue Firmenspitze der Weimar-Werk GmbH: die Geschäftsführer Martin Plank und Thorsten Maywald sowie Prokurist Henry Börner (von links). Foto: Jens Lehnert

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Auf dem Markt elektrisch betriebener Fahrzeuge gehören die Kalifornier zu den Etablierten. Das US-Unternehmen Tesla Motors kann von sich behaupten, bisher einziger Hersteller eines abgasfreien Serien-Sportwagens zu sein, der sich in größeren Stückzahlen verkaufen ließ. Dass der Tesla ein Erfolgsmodell bleibt, daran haben nun auch Weimarer Anteil.

Für die Modernisierung und Erweiterung des Automobil-Werkes im amerikanischen Sonnenstaat liefert die auf Fördertechnik spezialisierte Weimar-Werk GmbH Komponenten für die dortige Taktstrecke. Rollenbahnen, Kettenförderer, Drehtische und mehr bewegliche Stahlkonstruktionen, mit denen die Autoteile bei der Fertigung transportiert werden, sind "made in Weimar". Für den ersten Bauabschnitt in Kalifornien hat das Stahlbau-Unternehmen bereits von November 2014 bis Februar produziert. Für den zweiten Abschnitt warten weitere Aufträge im Sommer.

Neuland betreten die Weimar-Werker mit Lieferungen an solch prominente Adressen freilich nicht. Die BMW-Produktionsstätte im amerikanischen Spartanburg haben sie ebenso schon ausgestattet wie Rover in England. Die Hauptauftraggeber finden sich dennoch weiterhin in Deutschland, Frankreich, der Schweiz und in Spanien.

Die Wirtschaftskrise 2008 hinterließ auch im Stahl- und Maschinenbau Wirkung. "Danach war es schwierig, unser ursprüngliches Auftragsniveau zu erreichen. Das erste Vierteljahr 2015 läuft aber überdurchschnittlich gut", weiß Heinrich Berr. Der Diplom-Kaufmann aus der Oberpfalz hatte 1990 in Linda (Mechelroda) mit dem bayerischen Unternehmer Helmut Lehmer und dem Weimarer Wolfgang Bemmann die Firma Lehmer & Partner gegründet. Parallel dazu hatte Lehmer 1995 den Weimar-Werk Stahlbau erworben. Als die Lehmer-Gruppe 2005 in Insolvenz ging, gelang es Bemmann und Berr, den Produktionsstandort samt dem traditionsreichen Firmennamen zu erwerben und zu erhalten.

Wolfgang Bemmann zog sich zum Ende vorigen Jahres aus der Unternehmensleitung zurück. "Bis Anfang 2016 bin ich hier noch beratend tätig. Ich habe Lust darauf, noch einmal etwas Neues zu machen", sagte der bisherige geschäftsführende Gesellschafter. Die Anteile hält nun Heinrich Berr. Mit dem bisherigen Firmenanwalt Thorsten Maywald und dem Maschinenbau-Ingenieur Martin Plank aus der Oberpfalz baute Berr eine neue Geschäftsführung auf. Die Erfahrung aus dem Unternehmen bringt der Ingenieur Henry Börner als neuer Prokurist mit, der 1979 im Weimar-Werk bereits seine Lehre begann.

In den beiden Betriebsteilen des Unternehmens, in Weimar und Linda, sind zurzeit rund 80 Mitarbeiter beschäftigt. "In die Hallen muss mehr Leben rein. Um eine optimale Auslastung und Kostenstruktur zu erreichen, sollten wir in Weimar 100 Leute beschäftigen und in Linda noch einmal 40", so Berr.

Dafür sei es nötig, die Auftragsakquise zu verstärken und gezielt Nachwuchs für das Unternehmen zu interessieren. "Das haben wir in der Vergangenheit leider etwas vernachlässigt", räumte der Firmeninhaber ein. Nun wolle man die Ausbildung zum Konstruktionsmechaniker und zur Fachkraft für Metalltechnik wieder ankurbeln. "Wir suchen händeringend nach Lehrlingen", sagte Berr.