Weimarer Architekturbüro gestaltet Altstadtgalerie in Gotha

Gotha. Das Weimarer Architekturbüro Osterwold und Schmidt gewann den Fassaden-Wettbewerb zur Altstadtgalerie an der Gothaer Gartenstraße.

Architekt Matthias Schmidt mit seinen Mitarbeitern Annemarie Jaentsch und Marko Schneider (v.r.) vor dem preisgekrönten Entwurf. Foto: Lutz Ebhardt

Architekt Matthias Schmidt mit seinen Mitarbeitern Annemarie Jaentsch und Marko Schneider (v.r.) vor dem preisgekrönten Entwurf. Foto: Lutz Ebhardt

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Ein Weltwunder wird das Gothaer Einkaufszentrum wohl nicht werden. Dafür ließ sich das Architekturbüro Osterwold und Schmidt von einem solchen leiten. Die hängenden Gärten von Semiramis dienten als Vorlage für ihren Entwurf, mit dem die Weimarer den Fassadenwettbewerb für die geplante "Altstadtgalerie" gewannen.

Arkadien nannte das Team um Matthias Schmidt seinen Beitrag, der die Jury unter Leitung von Professor Ulf Hestermann von der Fachhochschule Erfurt von den fünf Bewerbungen am stärksten beeindruckte. Arkadien, dieser Schriftzug wird auch die weiße Fassade des Erdgeschosses zieren. Wie Matthias Schmidt erklärte, habe man die Idee der an der Gartenstraße verloren gegangenen Vorgärten aufgegriffen, um sie durch eine allseitig grüne Fassade zurückzuerobern. Schmidt nannte es den grünen Faktor.

Der Entwurf nimmt dem Gebäude einiges von seiner Wucht, weil er die Fassade staffelt und damit deren Höhe relativiert. Gleichzeitig werden an markanten Stellen durch Bepflanzung die "hängenden Gärten" gewonnen. Mit einer derartigen Grünfassade, sagte Schmidt, verfolge man auch ökologische Ansätze.

Ein Ziel, das freilich Geduld braucht. Das Grün muss wachsen - und es muss gepflegt werden. Immerhin habe Investor Saller letzteres zugesichert.

An der Gartenstraße soll eine geschwungene Rampe das Obergeschoss mit den Parkdecks erschließen. Gegenüber Luther- und Pfortenstraße ist die Fassade im Erdgeschoss durch Schaufensterflächen geöffnet. Transparenz, die die Anbindung an die Altstadt symbolisiert.

Für die Weimarer, die sich vor dem "Goldstück" der Gothaer Kanngießer und Jauck behaupteten, geht nun die Detailarbeit los. Derweil sammelt ein anderer Architekt, Sebastian Großkopf aus Gotha, mit Michael Gerlach und Karolin Schulz Unterschriften gegen den Center-Bau. 1700 seien bis jetzt zusammengekommen, hieß es.

Und so können auch sie Schillers Gedicht, das den Siegerentwurf zierte, zumindest zum Teil für sich reklamieren:

Auch ich war in Arkadien geboren, doch Tränen gab der kurze Lenz mir nur...