Weimarer Wurstwaren werden geschlossen

Unternehmensgruppe Zur Mühlen zieht die „Reißleine“. Der Traditionsstandort besteht nur noch bis Ende Februar.

Der Standort Weimar wurde im Jahr 2017 von der zur Mühlen Gruppe übernommen. Archiv-

Der Standort Weimar wurde im Jahr 2017 von der zur Mühlen Gruppe übernommen. Archiv-

Foto: Susann Fromm

In Nohra endet eine Ära: Der Produktionsstandort der Lutz Gruppe wird in Kürze geschlossen. Darüber hat die Unternehmensführung die derzeit 30 Mitarbeiter am gestrigen Dienstag informiert.

Nach intensiver Analyse des Standorts habe die Geschäftsführung Ende des vergangenen Jahres feststellen müssen, dass sich im Betrieb in den vergangenen Jahrzehnten ein erheblicher Investitionsstau angesammelt habe. Der intensive Wettbewerbsdruck, unter dem die Wurstproduktion in Deutschland stehe, verschärfte diese Situation, hieß es gegenüber unserer Zeitung in einer Erklärung der Unternehmensgruppe.

„Das führt dazu, dass wir jetzt aus betriebswirtschaftlichen Gründen die Reißleine ziehen müssen“, informierte Unternehmenssprecher André Vielstädte. Auf Nachfrage teilte die Unternehmensführung mit, dass die Schließung zu Ende Februar umgesetzt wird. Als Etikettenschwindel dürften viele Menschen in der Region empfinden, dass dessen ungeachtet die Marke „Weimarer“ erhalten bleibe. „Es werden weiterhin Produkte mit diesem Namen hergestellt“, betonte das Unternehmen. Auf Nachfrage hieß es von Sprecher Markus Eicher: „Unser Ziel ist es immer, Mitarbeitern ein Arbeitsplatzangebot an einem anderen Standort zu machen. Erfahrungsgemäß gibt es diese Lösung aber nicht für jeden.“

Der seinerzeit insolvente Standort Weimar war im Jahr 2017 von der Zur Mühlen Gruppe übernommen worden. Dort werden seither unter anderem Produkte wie die Thüringer Rostbratwurst hergestellt.

Die Tradition des Unternehmens währte 132 Jahre: Begonnen hatte sie 1886 mit dem Neubau des Schlachthofs Weimar. Nach der eigenständigen Privatisierung des späteren VEB Schlacht- und Verarbeitungsbetriebes Weimar war laut Thüringer Wirtschaftsarchiv der Weg frei für das neue Fleischzentrum in Nohra. Am 1. Januar 1994 begann die Arbeit im modernsten Schlacht-, Zerlege- und Verwurstungsbetrieb Thüringens. Nohra war einst größter Produzent Thüringer Bratwürste.

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