Weniger Bauplätze für Wohngebiet in Reinholterode genehmigt

Reinholterode (Eichsfeld)  Platz für 24 Eigenheime sollte es im neuen Reinholteröder Wohngebiet geben, doch sechs dürfen es erst einmal nur werden. Das Landesverwaltungsamt hat der Gemeinde einen dicken Strich durch ihre Pläne gemacht.

Ferdinand Schmidt ist Tischlermeister und betreibt in der Eichsfeldgemeinde Reinholterode eine Treppenbaufirma. Für die Zukunft hegt sein Unternehmen noch Erweiterungspläne. Foto: Henning Most

Ferdinand Schmidt ist Tischlermeister und betreibt in der Eichsfeldgemeinde Reinholterode eine Treppenbaufirma. Für die Zukunft hegt sein Unternehmen noch Erweiterungspläne. Foto: Henning Most

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„Der Bedarf ist da, und uns ist es wichtig, junge Familien im Dorf zu halten“, sagt Bürgermeister Reinhard Friese (CDU). Der Unmut über die Entscheidung ist ihm deutlich anzumerken. Dass einfach über den Kopf der Kommune hinweg entschieden wird, ärgert ihn. Und für die nächsten Vorhaben muss wohl wieder ein neuer Bebauungsplan her.

Unternehmen mit Expansionsplänen

Für das neue Gewerbegebiet wollte das Dorf eigentlich auch sechs Hektar Fläche haben, genehmigt wurden am Ende zwei. Ansässigen Firmen im Ort die Möglichkeit zur Expansion zu bieten, war das Anliegen. „Wir brauchen die Wirtschaftskraft und die Gewerbesteuern“, meint Friese unumwunden, der weiß, dass, wenn sich etwas bewegen soll, die Gemeinde vorangehen muss. Das hat sie getan.

Zumindest ein paar angestammten Betrieben, die sich gern vergrößern wollten, kann dieser Wunsch erfüllt werden. Eine Baufirma will auf dem Gelände am Ortsrand noch bauen, dann ist das Areal belegt. Derzeit wird in dem neuen Gebiet am Regenrückhaltebecken gearbeitet. „Die Erschließung mit allen beteiligten Firmen lief gut“, freut sich der Bürgermeister.

Auf rund 9000 Quadratmetern ist die Firma Stahl- und Metallbau Hundeshagen gerade dabei, ihr neues Domizil am Langen Rain zu errichten. „Wir gehören zum Dorf und haben uns von einer alten Dorfschmiede immer weiter entwickelt. Wir brauchten Platz und wollten unsere Pläne in Reinholterode verwirklichen“, sagt Werkstattleiter Steffen Bierwisch, der in der neuen Halle gerade stellvertretend für Geschäftsführer Thomas Lüder nach dem Rechten sieht. Im kommenden Monat will der Betrieb, der derzeit 14 Mitarbeiter zählt, die neue Produktionshalle beziehen.

Neben Stahlbauarbeiten liegt der Schwerpunkt des Unternehmens auf der Fertigung von Geländern, Türen, Toren, Glasgeländern sowie im Treppenbau. Dazu kommt die eigene Kons-truktion. In Lohnfertigung erfolgt außerdem das sogenannte Wasserstrahlschneiden.

„Unsere Kunden kommen aus ganz Deutschland und natürlich auch aus der Region“, berichtet Steffen Bierwisch. Alles laufe gut, wenn nur das Problem mit dem Nachwuchs nicht wäre. „Der ist absolute Mangelware. Wir suchen bereits seit drei Jahren Lehrlinge und würden denen sogar den Führerschein bezahlen“, sagt der Werkstattleiter. Dass körperliche Arbeit, bei der man sich noch dazu die Hände schmutzig macht, bei der Berufswahl nicht ganz oben auf der Liste steht, weiß er. Doch noch hofft der Stahl- und Metallbaubetrieb, junge Leute begeistern zu können.

In der Nachbarschaft am Langen Rain ist die Firma Treppen Schmidt ansässig. Sie hat ihr Areal von einem Agrarbetrieb gekauft. 3500 Quadratmeter Produktions- und Lagerfläche sowie 600 Quadratmeter, die unter anderem als Büro und Ausstellungsraum dienen, nutzt das Unternehmen dort.

„Für uns war klar, dass wir in Reinholterode bleiben wollen, hier unsere Erweiterungspläne umsetzen. Wir sind ein Familienbetrieb und wollen unsere Gewerbesteuern ans Dorf zahlen“, erklärt Firmeninhaber Ferdinand Schmidt. Dass sein Sohn, der seine Lehre beendet hat, in seine Fußstapfen tritt, passt dazu. „Und für die Zukunft ist das wichtig“, meint der Chef. Zwölf Mitarbeiter stehen heute bei ihm in Lohn und Brot.

Gefertigt werden bei Schmidts, wie der Firmenname verrät, Treppen – unter anderem aus Holz in Verbindung mit Stahl und Glas. Gearbeitet wird für Kunden aus der Region, aber auch für solche, die in Zeiten des Internets aus Norwegen, Finnland, Österreich und der Schweiz kommen. Gut angelaufen sind laut Ferdinand Schmidt die neu im Angebot befindlichen Balkon- und Terrassengeländer.

Und da die Werkstatt hochtechnisiert ist, wird sie zudem für Lohnarbeit genutzt. Expansionspläne hat Schmidt für den Standort. „Noch ist es Zukunftsmusik, aber wir haben vor, weiter zu bauen. Wir wollen noch ein Stück wachsen“, sagt er. Bürgermeister Reinhard Friese findet das mit Blick auf sein Dorf gut.

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