Winter sorgt für Anstieg der Arbeitslosigkeit in Thüringen

Die Arbeitslosigkeit in Thüringen ist im Januar saisonbedingt gestiegen. Mitte des Monats waren 124.500 Menschen ohne Job, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag in Halle mitteilte. Das waren 18.800 mehr als im Vormonat, aber 15.500 weniger als vor einem Jahr.

Die Arbeitslosenquote in Thüringen liegt aktuell bei 10,5 Prozent - die niedrigste Quote in den neuen Bundesländern. Foto: Alexander Volkmann

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Halle. "Der Wintereinbruch hat im Januar noch einmal deutliche Spuren am Arbeitsmarkt hinterlassen", sagte der Chef der Landesarbeitsagentur, Kay Senius. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich gegenüber Dezember um 1,6 Prozentpunkte auf 10,5 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie noch bei 11,7 Prozent gelegen. Bezogen auf die neuen Bundesländer ist dies die niedrigste Quote.

Fast 10.000 junge Erwachsene im Januar ohne Job

Die saisontypischen Entlassungen träfen häufig auch junge Arbeitnehmer unter 25 Jahren, sagte Senius. In dieser Altersgruppe waren 9.800 Personen arbeitslos gemeldet und damit 1.600 mehr als im Dezember. Auf Jahressicht setzte sich aber auch hier der positive Trend fort. Gegenüber Januar 2010 verringerte sich die Zahl der jungen Arbeitslosen um rund ein Viertel.

Die geringsten Arbeitslosenquoten im Freistaat gibt es in den Landkreisen Sonneberg mit 6,6 Prozent und im Wartburgkreis mit 7,4 Prozent. Die höchsten Quoten verzeichnen der Kyffhäuserkreis (15,5 Prozent) und der Kreis Altenburger Land (14,2 Prozent).

Mehr Arbeitnehmer durch Zeitarbeit

Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Beschäftigung zu. Aktuell sind im Freistaat 753.000 Männer und Frauen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 2,4 Prozent mehr als im November 2009. Der Zuwachs geht zu großen Teilen auf das Konto der Zeitarbeitsbranche und anderer wirtschaftsnaher Dienstleistungen, aber auch das verarbeitende Gewerbe, das Gesundheits- und Sozialwesen, die Logistikbranche und der Handel legten zu.

Unterbeschäftigung sinkt

Neben der Zahl der registrierten Arbeitslosen veröffentlicht die Bundesagentur auch die Unterbeschäftigung - die Summe jener Personen ohne Job, die mit den diversen arbeitsmarktpolitischen Instrumenten gefördert werden, die krank geschrieben sind und oder vorruhestandsähnliche Regelungen in Anspruch nehmen. Diese Betroffenen werden nicht als Arbeitslose gezählt. Im Januar wurden 28.100 vormals Arbeitslose gefördert. Darüber hinaus werden 6.900 Personen nicht als arbeitslos gezählt, weil sie entweder vorruhestandsähnliche Regelungen in Anspruch nehmen oder zurzeit krankgeschrieben sind.

Damit umfasst das Potential derjenigen, die eine reguläre Beschäftigung aufnehmen könnten, 159.500 Personen - gegengüber dem Vorjahr ein Minus von 13,6 Prozent. Das entspricht einer Unterbeschäftigungsquote von 13,2 Prozent.

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