Wirtschaft gegen Corona-Testpflicht für Thüringer Unternehmen

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Ein "SARS-CoV-2 Rapid Antigen Test Nasal" liegen in einer Apotheke in einem Karton. (Symbolfoto)

Ein "SARS-CoV-2 Rapid Antigen Test Nasal" liegen in einer Apotheke in einem Karton. (Symbolfoto)

Foto: Arne Dedert / dpa

Erfurt.  Viele Thüringer Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern bereits Corona-Schnelltests an. Doch sollen sie auch zur Pflicht werden? Wirtschaftsminister und Wirtschaft liegen in ihrer Einschätzung dabei nicht weit auseinander.

Thüringer Wirtschaftsvertreter lehnen eine Corona-Testpflicht für Unternehmen ab. «Eine Testpflicht für Firmen ist eine pauschale Misstrauenserklärung, für die es keine Grundlage gibt», erklärte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Wirtschaft Thüringens (VWT), Stephan Fauth, am Donnerstag in Erfurt. Ablehnung kam auch von den Industrie- und Handelskammern (IHK). Wegen einer Reihe ungeklärter Fragen halte er von einer Testpflicht der Unternehmen zum gegenwärtigen Zeitpunkt nichts, sagte Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) auf Anfrage.

Die Verbände verwiesen darauf, dass ein Großteil der Unternehmen freiwillig ihren Beschäftigten regelmäßige Corona-Tests anböten. Bundesweit wird angesichts hoher Corona-Infektionszahlen in der dritten Pandemiewelle eine Testpflicht für Beschäftigte in Unternehmen diskutiert.

«In den Firmen ist das Testen auf dem Weg, das sollte für Vertrauen sorgen», so Fauth, der eine Pflicht für Unternehmen als kontraproduktiv bezeichnete. Auch in Behörden gebe es schließlich keine Testpflicht.

Die IHK Erfurt argumentierte mit einem unzumutbaren finanziellen und auch bürokratischen Aufwand für die Betriebe. Statt Betriebe zu belasten, sollten Beschäftigte nach Auffassung von IHK-Hauptgeschäftsführerin Cornelia Haase-Lerch lieber die zahlreichen Testzentren nutzen. Diese werden aus öffentlichen Kassen finanziert. Auch die IHK Südthüringen hatte schon eine Testpflicht für Unternehmen abgelehnt.

Unternehmen hätten ein hohes Eigeninteresse daran, ihren Mitarbeitern Corona-Tests anzubieten, sagte Tiefensee. «Ein zu spät entdeckter Corona-Fall in der Belegschaft kann im Zweifel zum Erliegen der gesamten Geschäftstätigkeit des Unternehmens führen.» Die Zahlen zeigen auch, dass die weitaus meisten Firmen das verstanden hatten. Aktuell würden bundesweit 87 Prozent aller Unternehmen Tests anbieten.

Bisher ungeklärt ist nach Meinung von Tiefensee, wer für die Richtigkeit von Tests hafte oder wie auf Testverweigerer reagiert werden soll. Auch die Kostenfrage sei noch nicht entschieden.

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