Zahl der Neugierigen zu SuedLink ist überschaubar

Eisenach  Fachleute von „TenneT“ und „TransbetBW“ bleiben in Eisenach keine Information schuldig

Am Bildschirm lassen sich Vertreter der Gemeinde Gerstungen von Fachleuten den Erdkabel-Korridor für die Verlegung der Gleichstromtrasse und Besonderheiten erklären. Foto: Jensen Zlotowicz

Am Bildschirm lassen sich Vertreter der Gemeinde Gerstungen von Fachleuten den Erdkabel-Korridor für die Verlegung der Gleichstromtrasse und Besonderheiten erklären. Foto: Jensen Zlotowicz

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Warum der Korridor für den Bau der Erdkabel-Stromtrasse SuedLink von der Nordsee (Brunsbüttel) bis nach Süddeutschland (Großgartach) auf halbem Weg nicht mehr durch Hessen, sondern nach aktuellen Plänen durch Thüringen verläuft, das geht einem Paar auch nach den Gesprächen mit Experten der federführenden Firmen „TenneT“ und „TransnetBW“ zur Bürgerinformationsrunde im Hotel „Thüringer Hof“ am Montag nicht in den Kopf. Aus ihrer Sicht liege das nur daran, dass die Protagonisten dieses Mammutprojektes „in Thüringen weniger Widerstand als im Westen“ erwarten.

Der Antrag für den Bau der Trasse liegt mittlerweile bei der Bundesnetzagentur. Versehen sind die Pläne auch mit den Einwänden und Bedenken, die nach der Vorstellung Ende 2016 aus der Region eingegangen waren – farblich in Comuterdarstellungen vermerkt. Oft betrifft dies auch Widerstände gegen Dienstbarkeiten, die die Firmen für die Verlegung des etwa 700 Kilometer Kabels brauchen.

Derzeit ist der Korridor mit einigen Wegealternativen einen Kilometer lang. Noch ist nichts in Sack und Tüten, dozierten die Experten am Montag in Eisenach vor den wenigen Gästen der für jedermann offenen Präsentation. Der Bürgermeister der Gemeinde Vacha war ebenso gekommen, wie eine kleine Abordnung der Gemeinde Gerstungen um Bürgermeisterin Sylvia Hartung (SPD/FW). Die wollte es genau wissen und ließ sich nicht nur den Korridorverlauf an aus ihrer Sicht sensiblen Stellen im Raum Oberellen erklären. Auch Eisenachs Bürgermeister Uwe Möller hörte von den Fachleuten stadtspezifische Themen des Projekts. Eisenach hat wie der Wartburgkreis Widerstand gegen das Vorhaben angekündigt und juristisch bereits in die Wege geleitet.

Über allem steht freilich das von der Bundesregierung verabschiedete Netzausbaubeschleunigungsgesetz. Das macht den Bau dieser Stromtrasse quasi zum Dogma. Am wie und wo, arbeiten nun die verantwortlichen Firmen. Eine Klage gegen das Projekt selbst, erfuhren die Besucher im „Thüringer Hof“, könne wegen der staatlich verordneten Priorität am Ende nur beim höchsten Bundesgericht eingereicht werden.

Die Organisatoren der Veranstaltung blieben dem überschaubaren Publikum jedenfalls keine Antworten schuldig. Insgesamt fünf Antragskonferenzen werden die nächsten Schritte auf dem Weg zum Projektstart sein. Die Konferenz, in der auch die Wartburgregion beleuchtet wird, findet am 9. Mai in Ilmenau statt. Dort werden Festlegungen der zu untersuchenden Erdkabel-Korridore für das weitere Verfahren getroffen. Dem folgt die umfassende Detailprüfung durch die Bundesnetzagentur.

Fakt ist: für den Bau dieser Trasse besteht ein politisch manifestierter vordringlicher Bedarf. Ungeachtet dessen und ungeachtet aller Widerstände aus den Planungsregionen suchen TenneT und TransnetBW den Dialog mit Fachbehörden, Kommunen, Anwohnern und interessierten Bürgern. Deshalb ziehen zwei Trupps gerade als Botschafter durch die Lande.

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