Zalando stellt jede Woche bis zu 50 Mitarbeiter in Erfurt ein

Erfurt. Mittlerweile beschäftigt Zalando in Erfurt zirka 1000 Mitarbeiter. Mit Thüringer Einstiegslöhnen von knapp neun Euro in der Stunde setzt der Logistiker ein deutliches Zeichen.

Das Zalando-Auslieferungslager in Erfurt. Die Firma will ihre Belegschaft von derzeit rund 1000 Mitarbeitern auf 2000 ausbauen. Die neuen Mitarbeiter werden in einem eigenen Schulungszentrum angelernt. Foto: Dietmar Grosser

Das Zalando-Auslieferungslager in Erfurt. Die Firma will ihre Belegschaft von derzeit rund 1000 Mitarbeitern auf 2000 ausbauen. Die neuen Mitarbeiter werden in einem eigenen Schulungszentrum angelernt. Foto: Dietmar Grosser

Foto: zgt

Schichtwechsel gestern bei Zalando Erfurt. Erst am Morgen hatte ein großer Kran das neue Buswartehäuschen vor die Tore des riesigen Auslieferungslagers gehoben. Jetzt haben die Mitarbeiter beim Warten auf die Fahrt nach Hause ein Dach über dem Kopf, wenn es schneit.

Nach einem knappen Jahr Bauzeit startete "Deutschlands größter Kleiderschrank" kurz vor Weihnachten 2012 offiziell mit der Auslieferung von Schuhen, Kleidern und Hemden vom Erfurter Güterverkehrszentrum (GVZ) aus.

"Hier liegen wir in der Mitte Deutschlands und DHL als unser Partner für die Auslieferung ist nur ein paar Kilometer entfernt. Besser geht es nicht", sagt David Schröder , Geschäftsführer von Zalando.

Mit seinen schwarzen Locken im Gesicht, Jeans und einem blauen Pullover sieht der junge Bursche - er ist um die 30 - eher wie der nette Student von nebenan aus - und nicht wie der Boss eines inzwischen international agierenden Konzerns.

Mittlerweile sind es rund 1000 Beschäftigte, die in den letzten Monaten Schritt um Schritt in Erfurt eingestellt wurden.

"Pro Woche fangen bis zu 50 neue Mitarbeiter an", sagt Schröder. Die meisten kommen aus Erfurt, Arnstadt, Sömmerda und sogar Eisenach. Viele Thüringer nutzen die Chance und kommen aus Hessen zurück.

An den Bändern werden gerade Tausende von kleinen wie großen Paketen auf die Reise geschickt. Die Mitarbeiter tragen bunte Turnschuhe, die sich erst beim genauen Hinschauen als spezielle Arbeitsschutzschuhe entpuppen.

"Ich bin froh über die Arbeit hier. Sie wird fair bezahlt und ich kann als alleinstehende Mutter mit Kind meine kleine Familie ernähren", sagt Iris Hein aus Bad Langensalza.

Nur das Essen - so meint sie - könne noch etwas besser werden, was aber ganz normal sei. Immerhin liege der Start der Kantine nur ein paar Monate zurück. Iris Hein trägt ein schwarzes Zalando Sweat-Shirt, was sie als Einsteiger kennzeichnet.

In der Hierarchie nach oben folgen die Farben Orange, Grau und dann Weiß. So kann man eben gleich den Teamleiter erkennen, heißt es.

Zalando-Chef Schröder lobt die Arbeitsagenturen: "Gemeinsam qualifizieren wir die Bewerber in einem Trainingszentrum, danach starten die Neuen in unseren Hallen durch."

Der zweite Weg sind für ihn Leiharbeiter: "Die bekommen das gleiche Geld wie unsere fest Angestellten und werden nach wenigen Monaten übernommen, wenn sie für den Job geeignet sind. Wir brauchen hier jeden Mann und jede Frau", signalisiert Schröder, dass es in Erfurt weiter voran geht.

Bis jetzt sind 2000 Stellen geplant - nach oben sei da viel Luft, deutet Schröder an.

Der junge Firmenchef geht beim Thema Löhne und Arbeitsbedingungen in die Offensive: "Wir zahlen 8,53 Euro pro Stunde Einstiegslohn. Damit stehen wir hier im Erfurter GVZ mit an der Spitze." Von wegen Dumpinglohn also.

Die Leute an den Packstationen arbeiteten acht Stunden in zwei Schichten. Ja, auch Überstunden müssten sein, räumt Schröder ein. In der Saison muss das ab und zu sein", so Schröder.

Saison bei Zalando in Erfurt ist zweimal im Jahr: Jeweils vor der neuen Frühjahrsmode und dann wieder im Herbst.

In spätestens zwei Jahren will Zalando ein bisher unerreichtes wirtschaftliches Ziel erreichen: die Gewinnzone.

In Betrieb: Zalando-Logistikzentrum startet durch
In Betrieb: Zalando-Logistikzentrum startet durch