Zalando will in Erfurt zwei weitere Hallen in Betrieb nehmen

Erfurt. Der Online-Händler Zalando wächst am Standort Erfurt weiter kräftig. Hatte das Unternehmen bei der Entscheidung für den Neubau eines Logistikzentrums im Güterverkehrszentrum Erfurt-Vieselbach noch 1000 neue Arbeitsplätze angekündigt, hat sich die Beschäftigtenzahl dort inzwischen verdoppelt.

Vom Logistikzentrum in Erfurt aus beliefert der Online-Händler Zalando seine Kunden in mehreren Ländern Europas.Hunderte Mitarbeiter bereiten in dem riesigen Verteilzentrum die Pakete für den Versand vor. Foto: Marco Kneise

Vom Logistikzentrum in Erfurt aus beliefert der Online-Händler Zalando seine Kunden in mehreren Ländern Europas.Hunderte Mitarbeiter bereiten in dem riesigen Verteilzentrum die Pakete für den Versand vor. Foto: Marco Kneise

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"Wir haben rund 2000 Mitarbeiter in Erfurt und betreiben inzwischen drei Hallen", bestätigte Matthias Ernst von Zalando auf Anfrage. Zwei weitere Hallen sind inzwischen rohbaufertig, in den nächsten Tagen werde die Ausstattung beginnen. Rund ein halbes Jahr dauert es, dann kann man laut Ernst auch diese beiden Hallen in Betrieb nehmen. "Dann steht in Erfurt tatsächlich der größte Kleiderschrank von Deutschland", so Ernst. Allerdings kann sich Thüringen nur kurzzeitig mit diesem Rekord schmücken, denn in Mönchengladbach plant das Unternehmen ein noch größeres Logistik- und Warenverteilzentrum, das bereits im Bau ist.

Busse nach Apolda und Mühlhausen

Zalando bietet über seinen Internetshop laut Ernst inzwischen rund 150.000 verschiedene Artikel von 1500 Marken an. Neben Schuhen und Bekleidung gehören auch Schmuck, Parfüm und Sportartikel dazu.

Mit der Inbetriebnahme der zusätzlichen Hallen in Erfurt soll auch die Beschäftigtenzahl weiter ansteigen, kündigte Ernst an. Bei der Suche nach neuen Mitarbeitern arbeite man eng mit der Arbeitsagentur und dem Jobcenter in Erfurt zusammen. Allerdings falle es mit der zunehmenden Zahl der Ansiedlung von Logistikern in der Region schwerer, geeignete Bewerber zu finden, räumte Ernst ein.

Das Einzugsgebiet, aus dem die Thüringer nach Vieselbach zur Arbeit bei Zalando kommen, ist deutlich größer geworden. Neben Erfurt und Weimar stehen längst auch Apolda oder Mühlhausen auf den Personalakten als Heimatorte der Beschäftigten.

Deshalb hat das Unternehmen inzwischen auch regelmäßigen Busverkehr zwischen dem Güterverkehrszentrum und den Städten Apolda und Mühlhausen organisiert.

"Wir müssen den Mitarbeitern mit zusätzlichen Angeboten entgegenkommen, um sie für eine Beschäftigung bei Zalando zu gewinnen und sie dann auch bei uns zu halten", versicherte Ernst.

So sei aus den regelmäßigen Diskussionen mit den Beschäftigten auch der Wunsch nach familienfreundlichen Arbeitszeiten aufgenommen worden. Inzwischen gebe es eine spezielle "Mutti- oder Vati-Schicht", so Ernst. Die Arbeitszeit liege zwischen 7.00 und 16.00 Uhr und passe sich damit den Öffnungszeiten der Kindertagesstätten in der Region an.

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