Forschung von Professor wichtiger Beitrag zu Stadtgeschichte

Apolda.  Einen bedeutsamen Beitrag für die „Apoldaer Heimat“ verfasste Professor Matthias Werner, Emeritus der Uni Jena. Winfried Haun würdigt das.

Professort Matthias Werner legt in der „Apoldaer Heimat 2019“ neue Erkenntnisse zur Apoldaer Stadtgeschichte vor.

Professort Matthias Werner legt in der „Apoldaer Heimat 2019“ neue Erkenntnisse zur Apoldaer Stadtgeschichte vor.

Foto: Norman Meißner

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Wohl bedingt durch die Abwesenheit des Autors Matthias Werner hat bei der jüngsten Vorstellung der neuen Ausgabe der bezüglich der frühen Geschichte Apoldas seit Jahren wichtigste Beitrag in den Heften der „Apoldaer Heimat“ öffentlich noch nicht die entsprechende Würdigung erfahren. Deshalb soll hier auf den mit vielen Querverweisen auf Quellen und Literatur gründlich recherchierten und auf dem neuesten Stand wissenschaftlicher Forschung basierenden Artikel „Graf Wichmann, die Ersterwähnung von Apolda im Jahre 1119 und die Anfänge der Stadt“ hingewiesen werden.

Der Autor, Professor Dr. Matthias Werner, Emeritus der Professur für Thüringische Landesgeschichte und Mittelalterliche Geschichte an der Uni Jena und Wissenschaftliches Mitglied der Historischen Kommission für Thüringen, legt darin die Ergebnisse seiner aktuellen Forschungen zu den für die Erstnennung Apoldas relevanten Urkunden von 1119 und 1123 mit Blick auf Apolda als adligen Herrschaftssitz des Grafen Wichmann vor. Deutlicher als bislang überliefert, werden die verwandtschaftlichen Verhältnisse der Generationen der gräflichen Familie Wichmann - Berno - Bezzelin aufgezeigt und damit die zum Teil überholten, noch aus Kronfelds Tagen stammenden und oft kolportierten Fehlinterpretationen korrigiert.

Der Autor zeigt auf, wie Burg und Siedlung Apolda bereits Mitte des 11. Jahrhunderts ein Stammsitz und Herrschaftsmittelpunkt der genannten Grafenfamilie war und wie sich die Burgsiedlung aus dem „bedeutenden Adelssitz des 11. / frühen 12. Jahrhunderts“ nach dem „Rücktritt“ Wichmanns vom gräflichen Amt und seinem Besitzverzicht mit Eintritt in den geistlichen Stand 1119/1120 über vermutlich seine vormaligen Ministerialen und deren Nachkommen in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts zur Stadt entwickelte.

Die Vorgänge um die Schenkung der zwei Apoldaer Kirchen im Jahre 1119 durch den Grafen Wichmann an das Marienstift in Erfurt und die von ihm veranlasste Überführung der Asche und Gebeine des Grafen Bezzelin 1123 aus der Schlosskirche Apolda in das Stift Ettersburg sowie die verwandtschaftliche Einordnung Bezzelins – den Matthias Werner als sehr wahrscheinlichen Großvater Wichmanns identifiziert – macht den Korrekturbedarf früherer Darstellungen deutlich und den umfangreichen Artikel in der „Apoldaer Heimat“ 2019 zu einem wichtigen Beitrag für die Stadtgeschichtsschreibung.

Innerhalb der Forschung zur Mittelalter-Geschichte Apoldas ist der Heftbeitrag „Die Schenken von Apolda“ von Michael Schönfeld von ähnlicher Bedeutung.

Die „Apoldaer Heimat“, die seit Wochen sehnlichst erwartet wurde, umfasst rund 180 Seiten mit 20 Beiträgen und kann in der Touristinformation sowie im „Der Buchladen“ in Apolda erworben werde. Der Preis beträgt 13,38 Euro.

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