Corona-Schnelltests werden nur in wenigen Apotheken angeboten

Weimar.   Nur wenige Apotheken in Thüringen bieten Corona-Schnelltests für Selbstzahler an. Der Aufwand sei für die meisten Pharmazeuten zu hoch.

Blick auf einen Corona-Schnelltest (Symbolfoto).

Blick auf einen Corona-Schnelltest (Symbolfoto).

Foto: dpa

In Thüringen bietet bislang "nur eine gute Handvoll" Apotheken Corona-Schnelltests für Selbstzahler an. Geschuldet ist das nach den Worten von Stefan Fink, Vorsitzender des Apothekerverbandes Thüringen, der Tatsache, dass Aufwand und Ergebnis für die Apotheker in keinem Verhältnis stehen: "Wer die Tests anbieten will, braucht im Grunde eine Art Zweitbetrieb", sagt Fink. Schließlich seien separate Räumlichkeiten nötig oder die Tests müssten außerhalb der regulären Öffnungszeiten durchgeführt werden. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog

Auch das Personal, das die Tests vornimmt, müsse von den übrigen Mitarbeitern getrennt und eigens geschult werden. Das alles verursache Kosten, die nur wenige Apotheken zu tragen bereit seien.

In Thüringen dürfen Apotheken seit dem 21. Dezember bei beschwerdefreien Personen Schnelltests vornehmen. Das Ergebnis steht nach etwa 15 Minuten fest. Bei den Test handelt es sich um sogenannte Antigentests, die anzeigen, ob jemand ansteckend ist oder nicht. Angeboten werden sie in Thüringen beispielsweise in Apotheken in Gera und Schleiz (Saale-Orla-Kreis).

Apotheken gut gewappnet für Ausgabe von weiteren FFP-2-Masken

Gut gewappnet sehen sich die Thüringer Apotheken aus Stefan Finks Sicht für die Ausgabe von weiteren FFP-2-Masken an Menschen über 60 und Corona-Risikogruppen. Theoretisch hätte die Abgabe weiterer Masken bereits am 1. Januar starten können. Zu einer zeitlichen Verzögerung sei es aber gekommen, weil die Bundesdruckerei nicht rechtzeitig die fälschungssicheren Berechtigungsscheine gedruckt und an die Krankenkassen ausgeliefert hat, die diese wiederum ihren Versicherten zur Vorlage in der Apotheke zusenden. "Dieser bürokratische Vorgang hat alles in die Länge gezogen", sagt Fink.

Vom 15. Februar an bis Ende April erfolge dann die Ausgabe von weiteren sechs FFP-2-Masken, so dass jeder Berechtigte insgesamt 15 Masken erhalte. Für die beiden Sechser-Packs müssen die Versicherten je zwei Euro Eigenbeteiligung entrichten, während die ersten drei Masken im Dezember kostenlos abgegeben wurden. Getragen werden sollten FFP-2-Masken vor allem in Situationen, in denen sich direkte Kontakte nicht gänzlich vermeiden lassen - etwa in Bus und Bahn, im Sprechzimmer von Arztpraxen oder auch beim Einkaufen. Allerdings lässt ihre schützende Wirkung nach spätestens sechs bis acht Stunden nach.