Leitartikel: Das Geld wird knapp

Erfurt.  Bernd Jentsch zur finanziellen Lage in den Firmen.

Bernd Jentsch.

Bernd Jentsch.

Foto: Funke Mediengruppe

Schnell und unbürokratisch werde man finanzielle Hilfe leisten, hatten Minister der Bundesregierung vor mehr als zwei Monaten versprochen, als sie Hotels, Gaststätten und Freizeiteinrichtungen in den erneuten Lockdown schickten. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog

Das war Anfang November. Doch auf die damals zugesagten Gelder warten viele Unternehmer noch heute. Erste Abschlagszahlungen sind in der vergangenen Woche ausgezahlt worden. Doch die Fixkosten liefen im November und Dezember weiter. Da ist es nur eine Frage der Zeit, wann den Firmenchefs schlicht das Geld ausgeht.

Wenn jetzt eine Modekette mit 142 Märkten in Deutschland und mehr als 3500 Beschäftigten Insolvenz anmelden muss, dann möchte man gar nicht nachfragen, wie es den kleinen Händlern ergeht, die noch immer mit den Umsatzeinbrüchen des ersten Lockdowns kämpfen.

Immer mehr Kammern und Verbände in Deutschland schlagen mittlerweile Alarm und warnen vor einer Pleitewelle und dem Verlust von Tausenden Arbeitsplätzen, wenn den Firmen nicht schnell geholfen wird.

Eine weitere Aussetzung der Pflicht, die eigene Überschuldung anmelden zu müssen - worüber einige Politiker aktuell wieder diskutieren -, ist keine Lösung. Sie würde das Problem lediglich aufschieben, nicht aus der Welt schaffen. Mit jedem Tag, an dem die Betriebe nicht arbeiten dürfen, wächst der Finanzbedarf. Auch das gilt es zu bedenken, wenn man über die Verlängerung von Maßnahmen redet. Bei manchem Unternehmer liegen die Nerven längst blank - angesichts bestehender Existenzangst nachvollziehbar.

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