Novembergelder fließen erst jetzt - Wirtschaft beklagt zögerliche Hilfe und warnt vor Pleitewelle

Erfurt.  Es gibt Verzug bei den November- und Dezemberhilfen. Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee hat Probleme bei der Auszahlung der Coronahilfen für Unternehmen eingeräumt.

Mehrere Thüringer Wirtschaftsverbände kritisieren die verzögerte Auszahlung.

Mehrere Thüringer Wirtschaftsverbände kritisieren die verzögerte Auszahlung.

Foto: Robert Michael/dpa (Symbolfoto)

Thüringens Wirtschaft fordert von der Bundesregierung die zugesagten schnellen finanziellen Hilfen für zwangsweise geschlossene Unternehmen ein. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog

Noch immer seien die November- und Dezemberhilfen nicht in vollem Umfang ausgezahlt worden, kritisiert etwa die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt. Erst seit dem 5. Januar erfolgten Abschlagszahlungen, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführerin Cornelia Haase-Lerch. Teilweise könnten die Gelder zur dringend notwendigen Kostenerstattung noch nicht einmal beantragt werden.

Umsatzausfälle durch entgangenes Weihnachtsgeschäft sind gewaltig

Jetzt wurden erste reguläre Auszahlungen für das erste Quartal des neuen Jahres angekündigt. "Das ist für viele Unternehmen deutlich zu spät, da nach der ersten Coronawelle das Eigenkapital oder die Rücklagen aufgebraucht sind", machte Haase-Lerch auf die prekäre Lage aufmerksam. Kurzfristige Zahlungen hatte auch der Einzelhandelsverband Thüringen von der Politik gefordert. Die Liquiditätslage in vielen Betrieben sei angespannt. Die Umsatzausfälle durch das entgangene Weihnachtsgeschäft seien gewaltig. Viele Händler stünden mit ihren Läden vor dem Aus, warnte der Verband.

Mehr Tempo bei der Ausgabe der Finanzhilfen durch den Bund mahnt auch das Thüringer Wirtschaftsministerium an. Zudem müsse man pragmatische Lösungen auch für Sonderfälle finden. So sei es zum Beispiel für Liftbetreiber im Thüringer Wald kein probates Mittel, die Umsätze des schneearmen Winters aus dem Vorjahr als Grundlage für die Berechnung der aktuellen Hilfen heranziehen zu wollen.

Probleme bereitet Unternehmern die Vielfalt der Hilfsprogramme und deren unterschiedliche Anforderungen, bestätigte ein Ministeriumssprecher. So sei kaum bekannt, dass die Finanzhilfen für größere Firmen der EU-Beihilferichtlinie unterliegen.

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