Bauhaus-Universität Weimar erinnernt an Henry van de Velde

Weimar. Die Bauhaus-Universität Weimar erinnert an einen ihrer Ahnen. Auch nie realisierte Entwürfe sind zu sehen.

Die Bauhaus-Universität zeigt ab Donnerstag das Werk Henry van de Veldes als Architekt. Foto: Thomas Müller

Die Bauhaus-Universität zeigt ab Donnerstag das Werk Henry van de Veldes als Architekt. Foto: Thomas Müller

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Die Bauhaus-Universität Weimar widmet dem 150. Geburtstag des "Alleskünstlers" Henry van de Velde ab Donnerstag eine Ausstellung, die sich auf sein architektonisches Gesamtwerk konzentriert. "Ein besonderes Anliegen ist uns dabei, das Spätwerk des Künstlers als originäre Eigenleistung der modernen Architektur aufzuzeigen", betont der Kurator Dr. Norbert Korrek. 270 Abbildungen und Kurztexte zeigen chronologisch das Schaffen. 184 Projekte sind geografisch und stilistisch nach Van de Veldes Hauptwirkungsstätten in vier Schaffensperioden geordnet: Einer ersten belgischen Phase (1895 bis 1900) folgt die deutsche (1902 bis 1917) vor allem in Weimar und von dieser Stadt aus. Dargestellt sind ebenfalls die niederländische Phase (1919 bis 1926) sowie eine zweite belgische Phase (1926 bis 1947).

Virtuelle Simulationen finden im Oberlichtsaal des Uni-Hauptgebäudes statt. Das Seminar "Henry van de Velde virtuell" an der Fakultät Architektur machte es dabei möglich, 24 Gebäude mit 180 Räumen über eine Multi-Beamer-Präsentation in 3D zu betreten - etwa den nicht mehr erhaltenen Tennisclub Chemnitz, das nie realisierte DuMont-Theater in Weimar oder auch das Nietzsche Memorial, das Van de Velde in ungekannten Dimensionen "Über der großen Sackpfeife" plante.

Insgesamt haben 61 Studierende aus 13 Ländern an der Ausstellung mitgewirkt, den Fremdenfeindlichkeit aus Weimar vertrieb. Ort der Ausstellung ist das Hauptgebäude der Universität. Zwischen 1904 und 1911 wurde es als Ateliergebäude der Großherzoglichen Kunstschule nach Entwürfen Van de Veldes errichtet. Seit 1996 zählt es zum Weltkulturerbe

Geöffnet: 29. März bis 12. Mai, Bauhaus-Universität Weimar, Geschwister-Scholl-Straße 8, täglich von 10 bis 18 Uhr, Eintritt frei

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