Gemeinsames Portal von 18 Thüringer Museen

Der Museumsverband schaltete am Montag in Jena ein neues gemeinsames Portal von 18 Thüringer Museen frei.

Caroline Strunz fand am Montag viel Interessantes auf der neuen Internetseite. Es präsentieren sich 18 Thüringer Museen. Foto: Alexander Volkmann

Caroline Strunz fand am Montag viel Interessantes auf der neuen Internetseite. Es präsentieren sich 18 Thüringer Museen. Foto: Alexander Volkmann

Foto: zgt

Jena. 18 Thüringer Museen stellen einen Teil ihrer Exponate im Internet vor. Dazu wurde am Montag in Jena ein gemeinsames Portal freigeschaltet. Es ermöglicht den kostenlosen Zugang zu derzeit mehr als 2200 hochauflösenden Bildern und wissenschaftlichen Beschreibungen von Ausstellungsstücken aus 18 Museen. Es gehe darum, Wissen verfügbar zu machen, sagte Kultusminister Christoph Matschie (SPD).

Mit dem Portal werde Interessierten auch aus Wissenschaft und Forschung ein ständiger Zugang zu den Museumsstücken ermöglicht. Zudem könne Kulturgut gesichert werden, das - wie der Brand der Anna-Amalia-Bibliothek 2004 gezeigt habe - nicht sicher vor Zerstörung sei. Die Vielfalt der präsentierten Objekte reicht vom Erfurter Hochzeitsschatz bis zu Bühnenbildern aus dem Theatermuseum in Meiningen.

Benutzer können über 2200 Bilder und Texte abrufen und sich über die Museen sowie Veranstaltungen informieren. Zudem gebe es thematische Touren durch die Ausstellungen oder auch die Möglichkeit, durch extreme Vergrößerung interessante Details an den Exponaten zu erkennen, wie es im Museum selbst ohne eine Lupe nicht möglich wäre, erläuterte Michael Plote vom Museumsverband Thüringen (MVT).

Die Plattform entstand den Angaben zufolge unter Führung des Verbandes als Teil des Projekts "Digitalisierung musealer Sachzeugen" und wird mit Landesmitteln in Höhe von rund 380.000 Euro ährlich unterstützt. Damit wird eine EU-Initiative zur Digitalisierung des kulturellen Erbes aufgegriffen. Das Portal ist mit der Deutschen Digitalen Bibliothek und der Europäischen Digitalen Bibliothek verbunden. Dadurch solle das Thüringer Konzept "national und auch international eingebunden" werden, sagte Matschie. Im kommenden Jahr soll zudem ein spartenübergreifendes Portal entstehen, das auch digitale Museums- und Literaturarchive zusammenführe.

Zu den 18 Museen gehören unter anderem das Stadtmuseum Jena, das Museum für Thüringer Volkskunde in Erfurt und die Wartburgstiftung in Eisenach. Bis Jahresende sollen drei weitere Einrichtungen hinzukommen. Matschie hofft auf weitere Interessenten. "Wer nicht im Internet verfügbar ist, gerät ins Hintertreffen."

Bis alle Bestände erfasst seien, werde es aber noch Jahrzehnte dauern, sagte Museumsverbandgeschäftsführer Holger Nowak. Dass den Häusern durch die Aktion Besucher verloren gehen, erwartet der Verband indes nicht.

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