Wartburg wird Ort der großen nationalen Lutherausstellung

Mit dem Bibelgedanken "Im Anfang war das Wort" soll das Reformationsjubiläum 2017 international bekannt gemacht werden. Darauf verständigte sich das auf der Wartburg tagende Kuratorium zur Vorbereitung des Festjahres. Thüringen soll in diesem Zusammenhang fast 1,5 Millionen Euro für seine Lutherstätten erhalten.

Matthias Doht, Ingeborg Berggreen-Merkel, Reiner Haseloff, Christine Lieberknecht, Präses Nikolaus Schneider, Günter Schuchardt und Christian Hirte (von links nach rechts) nach der Kuratoriumssitzung auf der Wartburg. Foto: Sascha Willms

Matthias Doht, Ingeborg Berggreen-Merkel, Reiner Haseloff, Christine Lieberknecht, Präses Nikolaus Schneider, Günter Schuchardt und Christian Hirte (von links nach rechts) nach der Kuratoriumssitzung auf der Wartburg. Foto: Sascha Willms

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Eisenach. Die Besucher der Wartburg mussten am Montagvormittag für den Rundgang einen Euro weniger bezahlen, denn der Festsaal konnte nicht besichtigt werden. Der Grund war, dass dort das Kuratorium zur Vorbereitung des Reformationsjubiläums 2017 tagte.

Nikolaus Schneider, Ratsvorsitzender der EKD, verkündete schließlich, dass neben Wittenberg und Berlin auch die Wartburg als dritter Ort der großen nationalen Ausstellung zum Reformationsjubiläum auserwählt wurde.

Eisenach gehöre zu jenen Orten, "an denen die Reformation" abgebildet wird, sagte Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU). "Es war unser Wunsch, dass die Wartburg Teil der nationalen Ausstellung wird." Auch der Name "Luther und die Deutschen" ist eine Thüringer Idee.

Eisenachs Oberbürgermeister Matthias Doht (SPD) zeigte sich dankbar für diese Entscheidung. Es sei ein gutes Signal für die Wartburg und das Kernland der Reformation. Und es spiegle die Bedeutung der Wartburg als Unesco-Welterbe wider.

Matthias Doht freut es außerdem, dass auch die Georgenkirche in das Jubiläum eingebunden werde und dass es dafür Geld gebe.

Wartburg ohne Gerüste zur Ausstellungseröffnung

Burghauptmann Günter Schuchardt ist sehr froh darüber, dass die Entscheidung nun endlich gefallen sei. Er habe die Entscheidung auch so erwartet, war von ihm zu hören. Mit der Startfinanzierung für dieses Jahr in Höhe 450.000 Euro zeigte er sich zufrieden. Arbeiten seien geplant an der Vorburg, im Torhaus, Ritterhaus, in der Vogtei und Lutherstube.

So werde sich einiges verändern. Dort wo noch heute Büroräume seien, werde Platz für den Besucherservice geschaffen. 600.000 Euro stehen für Maßnahmen zur Restaurierung und Präsentation von Kulturgütern in der Georgenkirche zur Verfügung. "Bis zur Eröffnung der Ausstellung wird es ganz sicher eine Wartburg ohne Gerüste geben", versprach der Burghauptmann. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Christian Hirte setzte sich im Vorfeld stark für die Vergabe einer Ausstellung an die Wartburg ein und war überzeugt, dass Eisenach einen Zuschlag erhält.

"Ich gehe davon aus, dass die Projekte durchfinanziert und in Angriff genommen werden können. Die Vorarbeit für das Kuratorium war hervorragend. Das Miteinander aller Beteiligter ist das große Erfolgsrezept für den Freistaat und die Region", freute sich Hirte und resümierte: "Thüringen kann sich also wirklich als Kernland der Reformation profilieren."

Förderung auch für Bildungsprojekte

Neben der Wartburg und der Georgenkirche kommen weitere Projekte in Weimar (Herderkirche), Erfurt (Augustinerkloster) und in der Evangelischen Akademie in Neudietendorf hinzu. So soll das Augustinerkloster in Erfurt für denkmalpflegerische Maßnahmen 208.000 Euro erhalten, die Herder-Kirche in Weimar für die Restaurierung ihrer wertvollen Epitaphe 68.000 Euro. Für Bildungsprojekte wird zudem eine Summe von rund 154.000 Euro bereitgestellt. Dazu zähle das mit Sachsen-Anhalt vorbereitete Projekt "Kultur am Lutherwege", aber auch der Plan "Denkwege zu Luther", den der Thüringer Lutherbeauftragte Thomas A. Seidel ins Leben gerufen hatte.

Insgesamt fördert der Bund in diesem Jahr Thüringer Vorhaben zur Vorbereitung des Reformationsjubiläums mit 1,5 Millionen Euro, deutschlandweit mit fünf Millionen Euro.

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