Wechselvolle Geschichte der Nordhäuser Museumslandschaft

Nordhausen. Flohburg zeigt Sonderausstellung zu 140 Jahren Museen in der Rolandstadt bis zum 15. Januar 2017.

Annemarie Lapin berichtete von ihrer Arbeit als Leiterin des Meyenburg-Museums. Foto: Martin Wiethoff

Annemarie Lapin berichtete von ihrer Arbeit als Leiterin des Meyenburg-Museums. Foto: Martin Wiethoff

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Die wechselvolle Geschichte der Nordhäuser Museumslandschaft kann jetzt im Stadtmuseum „Flohburg“ entdeckt werden. Der Historiker Peter Kuhlbrodt hat in Archiven und Depots gesucht und recherchiert, die ältesten Stücke ausgewählt und viel wissenswertes auf anschaulichen Tafeln zusammengetragen.

Entstanden ist die Schau „Wer, wieso, weshalb und wo – 140 Jahre Nordhäuser Museen“. Sie ist bis zum 15. Januar 2017 zu sehen und der letzte Teil der Ausstellungstrilogie zum Jubiläum. Schon lange bevor am 29. September 1876 das erste städtische Museum eingerichtet wurde, gab es Menschen, die Sammlungen anlegten und sich solch einen Ort wünschten.

Etliche boten ihre Unterstützung an, aber wurden nicht ernst genommen. „Schon Anfang des 19. Jahrhunderts gab es starke Einigungsbestrebungen zur Gründung eines Nationalstaates. Damit setzte ein Interesse an der Geschichte ein, die sich unter anderem im Sammeln von Märchen und historischen Dokumenten äußerte“, so Peter Kuhlbrodt. Als endlich das erste kleine Museum entstand, wurde alles akribisch angelegt und dokumentiert.

Davon zeugen ein Besucherbuch und das Gabenbuch, mit Zeichnungen versehen und sorgfältig handschriftlich geführt. Beides ist in der Ausstellung zu sehen. Einige Schaukästen, Gemälde sowie Exponate, die in der Dauerausstellung nicht gezeigt werden, bereichern die Informationstafeln. Geklärt wird auch, wie es zum Namen Meyenburg kam.

„Eine Weile gab es zwei Museen, das Museum im Lindenhof und das neue Museum. Dieses brauchte einen Namen. Zur Wahl stand neben Michael Meyenburg auch Hermann Arnold. Warum man sich für Meyenburg entschied, war nicht mehr nachzuvollziehen, denn es fehlt das Protokoll“, erklärt Kuhlbrodt.

Auch Arnold hätte die Würdigung verdient, war er es doch, der 1,7 Millionen Goldmark für den Bau eines Museums zur Verfügung stellte. „Damals ein Vermögen, die Stadt hätte einen Palast bauen können, aber da nichts geschah, verlor das Geld durch Krieg und Inflation seinen Wert und war für die Museumslandschaft unwiederbringlich verloren“, berichtete der Nordhäuser Historiker.

Vom schweren Wiederaufbau nach dem zweiten Weltkrieg erzählte Annemarie Lappin. Sie kam 1966 nach Nordhausen und sorgte dafür, dass das Meyenburg-Museum wieder zu einem attraktiven Ort der Stadtgeschichte wurde. „Meine Vorgängerin hatte zwar zwei kleine Räume eingerichtet, aber alle anderen Exponate lagen lose in Schränken. Katalogisiert war nichts. Ich kam gerade vom Studium und hatte gelernt, wie wichtig das war. Mit wechselnden Helfern machte ich mich ans Werk, das Material zu sichten, es zu sortieren und weitere Räume einzurichten.“

Ihre Arbeit habe ihr immer Spaß gemacht, auch wenn es manchmal zu Lasten der Gesundheit ging, betonte sie. Bis Juni 1989 leitete sie das Meyenburg-Museum. Auch die zweite Ausstellung der Jubiläumstrilogie mit den ältesten archäologischen Artefakten kann noch besichtigt werden, und zwar bis zum 4. Dezember im Museum Tabakspeicher.

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