Werkschau dreier Künstler an einem ungewöhnlichen Ort

Sömmerda. Die Adresse ist eine ungewöhnliche, aber sie wurde auf Anhieb gut angenommen. "Silo, alte Straßenmeisterei" - das klingt nicht unbedingt nach Kunst. Aber wer erst einmal den als Zugangsturm erhaltenen Schüttgutspender unterquert hat, merkt bald, dass er hier genau richtig ist.

Auch zum Ausklang der Ausstellung kamen zahlreiche Kunstfreunde in das alte Silo in der Fichtestraße. Foto: Armin Burghardt

Auch zum Ausklang der Ausstellung kamen zahlreiche Kunstfreunde in das alte Silo in der Fichtestraße. Foto: Armin Burghardt

Foto: zgt

Am Samstagabend feierten Rositha Fundele und Olaf Bartsch mit vielen Gästen die Finissage, also das Ende, der ersten Kunstausstellung an diesem vom Klang her sperrig-technischen Ort. Ein Ende, das wohl auch als Anfang gelten kann, möglich erst durch den Mut "kunstversessener, ja kunstverrückter Menschen".

Es scheint, als habe Sömmerda auf diese private Initiative gewartet. Das Gästebuch zur Ausstellung jedenfalls liest sich wie eine Eloge auf Rositha Fundele, mit Fug und Recht als die Triebfeder des außergewöhnlichen Projektes ausgemacht und gewürdigt. Mit Grafiken und Zeichnungen von Reiner Ende aus Friedrichsrode, Porzellanen von Marlies Thiemann aus Naumburg und minimalistischen Fotografien des Sömmerdaers Dieter Müller warb das Silo über fünf Wochen um das Interesse Kunstsinniger und Kunstfreundlicher - und bekam es geschenkt.

Liebe ist als Baustoff unerlässlich

"Ich habe dazu eingeladen, sich auf die Exponate einzulassen. Vielleicht haben Sie sich ja so in die Stücke verliebt wie ich", gestand die vom Zuspruch, wie sie sagte, völlig überwältigte Rositha Fundele ein wenig Angst vor den nun wieder leeren Wänden und Schaupodesten ein. Sie wird die Leere zu füllen wissen - und die Premierengäste sind schon darauf gespannt, wie sie es tun wird.

Die Finissage nutzte Rositha Fundele dazu, der großen Runde - auch die Künstler waren anwesend - Architektin Christiane Hille aus Weimar vorzustellen, mit der sie und Olaf Bartsch seit dem Jahr 2005 an dem Vorhaben, Raum für Kunstpräsentationen zu schaffen, arbeiteten.

Den Prozess beschrieben sie als nicht ohne Konflikte und Streit, als einen der Reibung, die die Funken habe sprühen lassen.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Christiane Hille umschrieb es - Leonard Bernstein zitierend - als Hausbau, bei dem unter allen Baustoffen, die Verwendung fänden, einer vor allem nicht fehlen dürfe: Liebe.

Beim "Silo" ist es die Liebe für die Kunst, die sich am Ende der ersten Präsentation an diesem Ort noch einmal mit freundlichem Beifall und anregenden Gesprächen belohnt sah.