An Corona gestorben: Wurzbacher Kunsthaus trauert um Ursula Benker-Schirmer

Wurzbach.  Die renommierte Wandteppich-Gestalterin Ursula Benker-Schirmer starb durch Covid 19. Galeristin Bärbel Müllerin erinnert sich an die Zusammenarbeit mit der Künstlerin.

Die Künstlerin Ursula Benker-Schirmer (r.) mit Galeristin Bärbel Müller vom Kunsthaus Müller in Wurzbach.

Die Künstlerin Ursula Benker-Schirmer (r.) mit Galeristin Bärbel Müller vom Kunsthaus Müller in Wurzbach.

Foto: Steffi Walther

Das Kunsthaus Müller in Wurzbach trauert um Ursula Benker-Schirmer, eine der Hauptkünstlerinnen der Galerie: „Die große Dame der Tapisserie“ (Wandteppich-Kunst) starb bereits am Sonntag, 4. Oktober, im Alter von 93 Jahren am Coronavirus, wie das Kunsthaus am Dienstag mitteilte. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog

„Seit 1988 arbeiteten wir mit ihr eng zusammen“, erinnert sich Galeristin Bärbel Müller, die eine Nichte Benker-Schirmers ist. Gemeinsam habe man Ausstellungen gestaltet und sich an internationalen Kunstmessen beteiligt.

Auch momentan sind Werke der Textilkünstlerin im Wurzbacher Kunsthaus zu sehen. Eine zum Weimarer Kunstfest korrespondierende Schau kombiniert noch bis zum Sonntag, 22. November, Werke des Dichters Eugen Gomringer mit Grafiken von Ursula Benker-Schirmer.

Arbeiten der viel gefragten Künstlerin finden sich auf dem ganzen Erdball. In Chichester (Großbritannien) schuf sie beispielsweise einen 40 Quadratmeter großen Gobelin für die Kathedrale, der 1985 eingeweiht wurde. „Die Engländer nannten den monumentalen Gobelin Englisch-Deutschen Versöhnungsgobelin“, erzählt Bärbel Müller. „Nicht nur eigene Entwürfe webte sie, sondern arbeitete auch für große Künstler wie Meistermann und Trökes.“

Geboren wurde Benker-Schirmer 1927 in Ragnit (heute Neman) in Ostpreußen. Ihre Ausbildung führte sie nach Halle, Berlin, Frankreich und Nürnberg, wo sie bei großen Meistern ihrer Kunst lernte.

Von 1971 bis 1975 leitete sie die Nürnberger Gobelin-Manufaktur. Bekannt aber wurde sie durch ihre Berufung als Direktorin an das Tapestry-Studio am West Dean College in England von 1981 bis 1984, um Werke von Henry Moore in Tapisserien umzusetzen. Ab 1985 betrieb sie eine eigene Gobelinmanufaktur in Marktredwitz.