Kammerkonzert für Erfurter Gymnasiasten

Erfurt  Luftwaffenmusikkorps und belgische Gäste spielen am 5. September im Rathaus für den musikalischen Nachwuchs

Foto: Tobias Werner

Das Holzbläserquintett der königlichen Gidsen, dem Repräsentations-Orchester der belgischen Armee, das Schlagzeug-Ensemble sowie das Holzbläser-Trio des Erfurter Luftwaffenmusikkorps spielen im Rahmen des Internationalen Militär-Kammermusik-Festivals am 5. September um 19 Uhr im Festsaal des Erfurter Rathauses. Durch den Abend führt Hauptmann Tobias Wunderle, der neue Leiter des Musikkorps.

Militär- und Kammermusik, wie passt das zusammen?

Die Tradition reicht bis ins Deutsche Kaiserreich zurück, in dem es die meisten Militärkapellen gab. Natürlich denkt man bei Militärmusik zuerst an die zünftigen Märsche, aber die Kammermusik wurde parallel dazu schon immer gepflegt.

Früher gehörten Streichinstrumente zur Militärmusik, sie hatten gerade bei der Kammermusik eine große Bedeutung, beispielsweise im Streich-Quartett – ein solches gab es übrigens beim Musikkorps in Siegburg sogar noch bis zur Abschaffung der Wehrpflicht.

Warum sind die Streichinstrumente dann weggefallen?

Militärkapellen müssen häufig im Freien spielen, etwa bei militärischen Zeremonien und den Staatsempfängen, und Streichinstrumente sind dem Wetter gegenüber viel anfälliger, egal, ob Hitze, Regen oder Hagel. Auch das Musizieren beim Marschieren ist mit Cello oder Geige wesentlich komplizierter als mit Trommel und Trompete.

Was ist das Besondere an der Kammermusik?

Es ist eine wunderbare Spielwiese für Musiker, dort können sie ihre Vorstellungen von Musik umsetzen, was im Orchester nicht möglich ist – dort verwirklicht ja der Dirigent seine Ideen.

Was wird denn das Schlagzeug-Ensemble spielen?

Sehr überraschende Stücke – so ist etwa ein Werk für zwei Toms, Trommel und Stimme dabei, denn auch die menschliche Stimme ist ja ein Instrument. Zudem ist ein Stück für Vibrafon, Marimbaphon und Percussion geplant sowie ein Werk für Body-Percussion, bei dem der Körper der Musiker als Instrument herhalten muss.

Nichts Klassisches?

Eher nicht, unsere Schlagzeuger sind sehr kreativ. Klassischer geht es dagegen beim Holzbläsertrio zu. Die Musiker spielen einen Satz von Devienne, einem französischen Komponisten der Klassik. Und einen Tango.

Kennen Sie auch schon das Programm der Gäste?

Ja, das Holzbläser-Quintett der Königlichen Gidsen in der klassischen Besetzung Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott und Waldhorn spielt die Ouvertüre aus der Oper „Die Macht des Schicksals“ von Giuseppe Verdi, die „Petite Suite“ von Claude Debussy sowie als modernen Aspekt einen Highspeed-Rag. Ein sehr rasantes Programm.

Ihre Konzerte haben oft einen sozialen Charakter – wie ist es diesmal?

Genauso. Der Erlös kommt den Bläserklassen des Königin-Luise-Gymnasiums Erfurt zugute, da wir den musikalischen Nachwuchs unterstützen wollen.

Karten: im Pressehaus in der Meyfartstraße, im Evag-Zentrum am Anger, in den Tourist-Informationen am Benediktsplatz und am Willy-Brand-Platz sowie im Kaufhaus Breuninger.

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