Angriff auf „Compact“-Magazin auf Leipziger Buchmesse

Leipzig  Am Rande der Leipziger Buchmesse ist das rechtspopulistische „Compact“-Magazin offenbar Ziel eines gewalttätigen Angriffs geworden. Aus Protest gegen den Stand der umstrittenen Zeitschrift haben Unbekannte Glasscheiben eines Verwaltungsgebäudes eingeschlagen.

Die monatlich erscheinende Zeitschrift ist Kritikern zufolge für ihre „israelkritische Haltung“, „Antiamerikanismus“, „konservative Familienpolitik“, „fundamental asyl- und islamkritische Positionen“ sowie für „Verschwörungstheorien“ bekannt. Foto: Jan Woitas/dpa

Die monatlich erscheinende Zeitschrift ist Kritikern zufolge für ihre „israelkritische Haltung“, „Antiamerikanismus“, „konservative Familienpolitik“, „fundamental asyl- und islamkritische Positionen“ sowie für „Verschwörungstheorien“ bekannt. Foto: Jan Woitas/dpa

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Eine „Compact“-Veranstaltung am späten Donnerstagabend (17. März 2016) verlief allerdings ohne Störungen, wie eine Messesprecherin am Freitag in Leipzig erklärte. Wie auf dem gesamten Messegelände gebe es auch am Stand der Zeitschrift, deren Chefredakteur Jürgen Elsässer ist, eine erhöhte Polizeipräsenz.

Polizeiangaben zufolge hatten Unbekannte in der Nacht zum Donnerstag mehrere Glasscheiben, unter anderem Sicherheitsglas, zerstört. Dabei entstand ein Sachschaden von etwa 10.000 Euro. Bei den Ermittlungen werde ein Bekennerschreiben miteinbezogen, das auf der linken Internetplattform Indymedia veröffentlicht wurde. Darin heißt es: „Wir finden es falsch und gefährlich in der aktuellen gesellschaftlichen Situation, die von Rassismus und Ausgrenzung geprägt ist, einem der geistigen Brandstifter_innen ein Forum zu bieten. Daher haben wir uns entschieden dieses Mal Steine mitzubringen und einige der vielen Scheiben der Messe einzuwerfen.

Chefredakteur bei „Legida“-Kundgebungen aufgetreten

Im Vorfeld der Messe war von Kritikern eine Ausladung des rechtspopulistischen Magazins gefordert worden. Ein entsprechender offener Brief war von mehreren Politikern, Vertretern von Verbänden und unter anderen auch vom ehemaligen Leipziger Thomaskirchen-Pfarrer Christian Wolff unterzeichnet worden. Buchmessen-Direktor Oliver Zille hatte dagegen erklärt, dass er keine rechtliche Grundlage für eine Ausladung sehe, zudem gelte die Meinungs- und Pressefreiheit.

„Compact“-Chefredakteur Jürgen Elsässer war 2015 unter anderem bei fremdenfeindlichen „Legida“-Kundgebungen aufgetreten. Zur Leipziger Buchmesse hatte das rechtspopulistische Magazin zu zwei Veranstaltungen eingeladen. Eine davon trug den Titel „Asylchaos - Deutschland auf dem Weg zum Bürgerkrieg?“ betitelt. Die monatlich erscheinende Zeitschrift ist Kritikern zufolge zudem für ihre „israelkritische Haltung“, „Antiamerikanismus“, „konservative Familienpolitik“, „fundamental asyl- und islamkritische Positionen“ sowie für „Verschwörungstheorien“ bekannt.

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