Claus Irmscher und Gisela Rein lasen vor Heiligenstädter Gymnasiasten

Heiligenstadt (Eichsfeld). 25 Jahre Mauerfall - dieses Ereignis steht dieser Tage auch im Heiligenstädter Lingemann-Gymnasium im Fokus der Aufmerksamkeit. Die Schüler der 11. Klasse hatten am Mittwoch Gelegenheit, auf eine ganz besondere Art mit dem Thema in Berührung zu kommen.

Claus Irmscher und Gisela Rein lasen am Mittwoch vor Heiligenstädter Gymnasiasten im Lingemann-Gymnasium zum Thema 25 Jahre Mauerfall aus dem Buch "Vom Regen in die Traufe". Foto: Silvana Tismer

Claus Irmscher und Gisela Rein lasen am Mittwoch vor Heiligenstädter Gymnasiasten im Lingemann-Gymnasium zum Thema 25 Jahre Mauerfall aus dem Buch "Vom Regen in die Traufe". Foto: Silvana Tismer

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Schulleiterin Kerstin Diegmann hatte den Autoren Claus Irmscher gewinnen können, in der Voraula gemeinsam mit Ehefrau Gisela Rein aus seinem bereits 2003 erschienen, aber immer noch aktuellen Buch "Aus dem Regen in die Traufe" zu lesen. Protagonist ist der Maschinenschlosser Albert Schraps, der mit Ehefrau Ottilie mit allen Belangen des DDR-Lebens in Berührung kommt, angefangen von Parteidoktrin über die Mangelwirtschaft bis hin zum Urlaub zweiter Klasse im sozialistischen Bruderland, wo der "Alu-Chip" nichts galt. Schraps und Ehefrau erleben aber auch die Wende und hoffen auf bessere Zeiten.

Doch Kurzarbeit, ein Job als Heizungsvertreter und schließlich der Gang zum Arbeitsamt gehören für Schraps zum Alltag im "Goldenen Westen". Erst als er als gütiger Helfer im Alltag zum Beispiel mit dem Reparieren der Kinderschaukel auf einem Spielplatz, Dank und Anerkennung als Mensch und Persönlichkeit findet und das Gefühl gebraucht zu werden erneut in ihm aufflammt, söhnt er sich ein wenig mit dem System aus.

Nach der Lesung dankten die jungen Leute mit reichlich Applaus. Viele nachdenkliche Gesichter gab es, als Irmscher selbst aus seinem Leben erzählte und preisgab, wie viel doch von seiner Persönlichkeit in die Figur des Schraps eingeflossen ist.

"Bildung ist das Wichtigste für eure Zukunft", wandte er sich an die jungen Leute. "In der DDR war vieles falsch, im Westen ist aber auch nicht alles richtig", sagte er. Es gebe kein Leben ohne Kampf. "Es gilt, Haltung zu gewinnen und durchzusetzen. Versuchen Sie, in dieser Gesellschaft Fuß zu fassen und das Beste daraus zu machen."

Kerstin Diegmann hatte die Schüler zuvor gebeten, zu Hause mit den Eltern und Großeltern viel öfter ins Gespräch zu kommen, wie es früher gewesen ist. Sie selbst und ihre Generation hätten den großen Vorteil, die friedliche Revolution selbst erlebt und die Veränderungen im Nachhinein persönlich miterlebt zu haben.

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