Geldsegen für Literaturprojekte im ländlichen Raum

Jena/Ranis.  Der Bund fördert den Lesezeichen-Verein in Jena und Ranis mit 80.000 Euro. Mit dem Geld werden drei Projekte finanziert.

Verantwortlich für die neuen literarischen Projekte des Lesezeichen e.V. im ländlichen Raum: Projektassistentin Romina Nikolic und Geschäftsführer Ralf Schönfelder.

Verantwortlich für die neuen literarischen Projekte des Lesezeichen e.V. im ländlichen Raum: Projektassistentin Romina Nikolic und Geschäftsführer Ralf Schönfelder.

Foto: Ulrike Merkel

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Geldsegen für den Lese-Zeichen e.V.: Der Verein mit Sitz in Jena und Ranis erhält vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft 80.000 Euro für Literaturprojekte im ländlichen Raum. Mit dem Geld werden in den kommenden drei Jahren unter der Überschrift „Land sehen“ drei Teilprojekte finanziert sowie die Stelle einer Projektassistentin.

Die erste Offerte ist bereits im Herbst gestartet. Sie richtet sich an Schulen. Der renommierte Kinderbuchautor Rolf Barth bietet mit Schauspieler Sven Pawlitschko und einem Illustrator einen fachübergreifenden Kurs zum Thema „Ein Kinderbuch entsteht“ innerhalb des Unterrichts an. Das Trio entwickelt zusammen mit Schülern eine Geschichte bis zum Druck. Als erste von insgesamt drei Thüringer Schulen fand die Werkstatt in der Grundschule in Stiebritz nahe Jena statt.

Das zweite Projekt beginnt diesen Donnerstag. Durch die monatliche Veranstaltungsreihe „Burg Im Puls“ auf der Literaturburg Ranis sollen künstlerische Impulse in den ländlichen Raum getragen werden und umgekehrt: Impulse aus der Provinz in die Kunstszene, wie der Geschäftsführer des Lese-Zeichen e.V., Ralf Schönfelder, erläutert. In Zeiten der gesellschaftlichen Polarisierung solle so die Diskussionskultur gefördert werden. Neben Lesungen sind auch Konzerte, Live-Hörspiele, Erzählabende und Poetry Slams geplant.

Den Anfang macht Liedermacher und Schriftsteller Stephan Krawczyk, der zu DDR-Zeiten genötigt wurde, seine Heimat zu verlassen. In Ranis singt, liest und erzählt er über die Freude an einem freien und sinnlichen Leben.

Am 13. Februar folgt ein Abend über die jüdische Dichterin Mascha Kaléko. Paula Quast trägt Gedichte Kalékos vor, begleitet wird sie vom Cellisten Krischa Weber.

Am 6. März folgt ein neues Format, wie Projektassistentin Romina Nikolic ankündigt: ein Märchen-Poetry-Slam. Die Veranstaltungen beginnen jeweils 19.30 Uhr.

Darüber hinaus plant der Lese-Zeichen-Verein in den nächsten drei Jahren literarisch-künstlerische Sommer-Werkstätten für Jugendliche im Alter von 12 bis 25 Jahren.

Vom 19. bis 23. August findet die erste Ausgabe dieser besonderen Talentförderung auf Burg Ranis statt. Die Teilnehmer können zwischen Kursangeboten zu Literatur, Fotografie und Stop-Motion-Animation wählen. Übernachtet wird im Kinder-, Jugend- und Tou­ris­tik­zen­trum in Lud­wigs­hof in Ranis.

Bewerbungen von Schulen (für das Kinderbuch-Projekt) und Jugendlichen (für die Sommerwerkstatt) sind unter ranis@lesezeichen-ev.de möglich.

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