190 Besucher bei besinnlichem Konzert auf Burg Scharfenstein

Beuren (Eichsfeld). Schlicht und einfach "Stille" - so hieß das besinnliche Konzert der Brüder Martin und Michael Kohlstedt und war am Montagabend auf der historischen Burg Scharfenstein genau das Passende, um kurz vor dem Weihnachtstrubel noch einmal abzuschalten und zur Ruhe zu kommen.

Michael Kohlstedt (an der Gitarre) und sein Bruder Martin Kohlstedt am "Fender-Rhodes" beim Konzert auf Burg Scharfenstein. Foto: Juvita Sappelt

Michael Kohlstedt (an der Gitarre) und sein Bruder Martin Kohlstedt am "Fender-Rhodes" beim Konzert auf Burg Scharfenstein. Foto: Juvita Sappelt

Foto: zgt

Denn wie bereits im vergangenen Jahr, so stimmte das Konzert mit leisen Tönen auf die bevorstehenden Weihnachtstage ein. In der gemütlichen Tenne war der Saal bis auf den letzten Platz gefüllt, etwa 190 Besucher waren gekommen. Wer die Brüder Kohlstedt bereits von früheren Auftritten her kennt, der weiß, wie kreativ und spontan beide ihre künstlerischen Ideen umsetzen. Und so konnten sich die Gäste auch dieses Mal auf einige ganz neue instrumentale Unikate, teilweise auf eher ungewöhnlichen Instrumenten gespielt, freuen. Denn neben dem Piano kam unter anderem auch ein altes "Fender-Rhodes", eine Art Keyboard-Vorläufermodell, und ein altes Harmonium, ein Dachbodenfund mit ganz besonderen Klängen, zum Einsatz.

In der ersten Konzerthälfte stellte Martin Kohlstedt am Flügel Piano-Stücke aus seinem aktuellen Album "Tag" vor. Gefühlvoll, meist ruhig gespielte Stücke wie "har" und "end" oder auch das schnellere "vet" verleiteten dabei, die Gedanken schweifen zu lassen, zum Träumen, vielleicht auch dazu, Rückblick auf das vergangene Jahr zu halten und Bilanz zu ziehen.

Auch ein Jahresrückblick des Kulturfördervereins "art.tack global", vorgetragen von Michael Kohlstedt, fehlte an diesen Abend nicht. Er weihte außerdem das Publikum in bisher geheime Pläne des Vereins ein. So berichtete er von einem neuen, geplanten Kulturförderprojekt namens "Echolot", welches in Form einer Onlineplattform engagierte und kreative Menschen in der Region zusammenbringen soll, um so neue Veranstaltungen auch über lokale Grenzen hinweg auf die Beine stellen zu können. Der Erfahrungsaustausch und das Vernetzen von Neueinsteigern und Etablierten sollen dabei künftig im Vordergrund stehen.

Über eine finanzielle Beteiligung aller zukünftigen Mitglieder und die Unterstützung durch Sponsoren und das Kultusministerium sollen so regelmäßig kleinere und größere Veranstaltungsprojekte angestoßen und in die Tat umgesetzt werden. Die Einnahmen des Konzertabends würden der Realisierung dieses Projektes ebenfalls zugutekommen.

In der zweiten Hälfte des Konzertes wurde es dann elektronischer, und die Brüder spielten zusammen sehr eindrucksvolle, rhythmische Stücke auf der Gitarre und dem "Fender-Rhodes", ab und zu kreativ untermalt von Synthesizer und Drumcomputer. Unterstützt wurden beide in diesem Jahr auch von Jan Lindner, der Ausschnitte aus seinem aktuellen Buch "Der Teddy mit den losen Kulleraugen" sehr wortgewandt vortrug. Und so vergingen die zweieinhalb Stunden dieses sehr beeindruckenden Abends wie im Flug. Das begeisterte Publikum belohnte die Vorträge und einzigartigen Musikstücke mit viel Applaus, und erst nach einer zweimaligen Zugabe klang dieser Konzertabend dann endgültig aus.

Zu den Kommentaren