Abschluss der "Lux-Festspiele" im Schloss Wilhelmsthal

Nach einem jahrzehntelangen Dornröschenschlaf stand das "Große Trio für Klavier, Violine und Violoncello" in c-Moll des gebürtigen Ruhlaer Komponisten Friedrich Lux am Sonntagnachmittag erneut auf dem Programm des Musikfestivals.

Seth Taylor, seine Frau Monica Ripamonti-Taylor und Cellist Michael Hochreither beim krönenden Abschluss der "Lux-Festspiele". Foto: Klaus-Peter Kaschke

Seth Taylor, seine Frau Monica Ripamonti-Taylor und Cellist Michael Hochreither beim krönenden Abschluss der "Lux-Festspiele". Foto: Klaus-Peter Kaschke

Foto: zgt

Wilhelmsthal. Dieses Mal allerdings in der Interpretation durch den Verein Kammermusik der Wartburgstadt beim Abschlusskonzert im Schloss Wilhelmsthal. Im ausverkauften Festsaal des Wilhelmsthaler Schlosses wurde schnell deutlich, welche Interpretationsmöglichkeiten in der in extrem düsterer Grundstimmung gehaltenen, seit mehreren Jahrzehnten nicht mehr vorgetragenen Komposition von Friedrich Lux (1820 bis 1895) schlummern.

In bewussten Gegensatz zum Pianisten Stephan Lux, der die Komposition seines Ururgroßonkels bei der Wiederuraufführung maßgeblich auf das von ihm gespielte Piano zugeschnitten hatte, legten der amerikanische Violinist Seth Taylor, seine italienische Ehefrau Monica Ripamonti-Taylor (Klavier) und der Berliner Cellist Michael Hochreither von der Thüringen-Philharmonie Gotha wesentlich größeren Wert auf Balance und Ausgewogenheit der drei Instrumente, was dem Trio-Gedanken des Komponisten entgegenkommt.

Ungeachtet der melancholischen, in weiten Teilen sogar zutiefst depressiven Grundstimmung des Lux'schen c-Moll-Trios tragen die drei Musiker der Eisenacher Kammermusik das Stück auch deutlich schneller vor, sodass die wenigen schwelgerischen und lebensbejahenden, von flottem Pizzicati-Spiel getragenen Passagen einen prägnanteren Eindruck hinterlassen – dadurch aber auch das der Komposition immanent innewohnende Gefühl verstärken, dass viele der kosmopolitischen Einsprengsel nicht ganz neu sind und an Schuberts "Forelle" beziehungsweise Fragmente von Brahms erinnern.

Mit dem Sommerkonzert enden die diesjährigen "Lux-Festspiele", die unter dem Motto "Vier Schlösser - vier Konzerte" standen. "Ich bin positiv beeindruckt, welche Resonanz die Lux-Festspiele mittlerweile haben", freut sich Vorsitzende Dagmar Claassen. "Vor zwei Jahren kannte uns noch niemand!" In den kommenden Jahren sollen durch die Mitglieder des "Lux-Festspielvereins" weitere Werke des Komponisten ausgegraben und neu interpretiert werden, die spielbar und gedruckt sind oder zumindest handschriftlich vorliegen, so die Musikwissenschaftlerin.

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