Ernste Gesänge, heitere Weisen

Arnstadt  Das Gernsheim-Duo spielt vergessene jüdische Werke.

Pianistin Naoko Christ-Kato (links) und Sopranistin Anna Gann sind am Sonntag im Haus zur Rebentür inArnstadt zu erleben.

Pianistin Naoko Christ-Kato (links) und Sopranistin Anna Gann sind am Sonntag im Haus zur Rebentür inArnstadt zu erleben.

Foto: Gernsheim-Duo

Werke jüdischer Komponisten des 19. Jahrhunderts stehen im Zentrum eines Konzertes an diesem Sonntag im Haus zur Rebentür in Arnstadt (Zimmerstraße 7). In einer Zusammenarbeit des Fördervereins für jüdisch-israelische Kultur in Thüringen mit dem Reklamemuseum spielt dort bei freiem Eintritt das Gernsheim-Duo (17 Uhr). Das Duo, das sind die Meininger Sopranistin Anna Gann und die Suhler Pianistin Naoko Christ-Kato. Beide haben sich auf die Suche nach jüdischen Werken gemacht. Sie stießen auf schwelgerische Melodien, ernste Gesänge, heitere Weisen und bewegende Vertonungen von Texten bekannter Lyriker und Schriftstellerinnen. Hintergrund ist, dass viele jüdische Persönlichkeiten, die vor dem Holocaust die deutsche Gesellschaft und Kultur mitgestalteten, in Vergessenheit geraten sind. Unter ihnen ist der Wormser Komponist Friedrich Gernsheim, der in Rotterdam und Berlin wirkte, wiederholt als Gastdirigent in Meiningen war und mit der dortigen Hofkapelle seine zweite Sinfonie aufführte.

Auch Salomon Jadassohn zählt dazu. Er lehrte am Leipziger Konservatorium. Seine Kompositionen wurden unter anderem im Gewandhaus und vom Thomanerchor musiziert. Ihre Werke sind heute verschollen oder schlummern weitgehend unentdeckt in Bibliotheken und Archiven, wo sie das Duo ausfindig gemacht hat und an diesem Sonntag neu aufleben lässt.

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