Intimes Konzert lockte viele Zuhörer in Arnstädter Oberkirche

Der Oberkirchenverein hatte zum Konzert "Zauber von Horn und Harfe" geladen mit dem Duo Christiane Richter, Harfe, und Klaus Seyfarth, Horn und Alphorn. Wunderbar. Aber musste dieses Konzert unbedingt zur gleichen Zeit stattfinden, während in der Bachkirche der Orgelsommer eröffnet wurde?

Christiane Richter ist eine Virtuosin an der Harfe und begeisterte mit ihrem Spiel die Besucher in der Arnstädter Oberkirche. Foto: Christoph Vogel

Foto: zgt

Arnstadt. Auf den ersten Anschein nicht unbedingt eine organisatorische Meisterleistung. Aber alles halb so schlimm. Trotz allem waren so viele Interessenten erschienen, dass die Oberkirche zwischen Altar und Taufbecken restlos gefüllt war. Andächtig genoss das Publikum die intime Musik, die übrigens anlässlich der soeben vollendeten Restaurierung der Altarfigur des Evangelisten Lukas erklang.

Archaisch tönte es und gleichzeitig modern. Archaisch das ehrwürdige Alter der Instrumente, die weit in die Urzeit der Menschheit zurückreichen. Modern allerdings die konkrete Ausführung, denn natürlich erklang kein steinzeitliches Horn und auch die bereits optisch beeindruckende Harfe, die bereits im Altertum im Orient und in Afrika bekannt war, war relativ neuen Datums. So auch die Musik, die von Spätbarock und Romantik überwiegend französischer Komponisten bis zur Moderne reichte.

Besonders beeindruckend das erste Solo der Harfe, das den Tonumfang dieses klassischen Saiteninstrumentes, das als einziges Zupfinstrument im heutigen Symphonieorchester mitspielen darf, herrlich demonstrierte. Nach der eleganten französischen Musik ging es nach der Pause und dem gut mundenden Gläschen Wein mit überwiegend moderner Musik weiter. Nun stand das fulminant lange Alphorn im Mittelpunkt.

Überraschend erfuhr man im Stück "Thüringer Hirtenrufe", dass dieses urige Instrument auch in Thüringen bekannt ist. Humorig ging es auch mit dem Niederländer Jan Koetsier weiter. Nach jazzigen Passagen endete man - wegen des Liszt-Jahres? - nicht bei Liszt, aber immerhin bei seinem zeitweiligen Spezi Richard Wagner. Insgesamt ein ebenso weitgestecktes wie stimmungsvolles Programm, das im hervorragenden Klangraum der Oberkirche auf viel Begeisterung traf.

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