Kohlstedt-Brüder brillieren bei Benefizkonzert in Dingelstädt

Dingelstädt  Martin und Michael Kohlstedt erspielen für den Verein Balipockets in St.-Gertrud-Kirche 4617 Euro. Die Musiker begeistern die rund 320 Gäste. Das Geld ist für Bildungsarbeit auf Bali bestimmt.

Die Brüder Kohlstedt brillierten Samstagabend beim Benefizkonzert in der Dingelstädter Pfarrkirche St. Gertrud mit ihrer großartigen Akustik. Für den Verein Balipockets erspielten sie 4617 Euro.

Foto: Juvita Weinrcih

Rund 320 Gäste warteten am Samstagabend in der stimmungsvoll beleuchteten Pfarrkirche „St. Gertrud“ auf den Beginn des dritten von Balipockets organisierten Benefizkonzertes. Doch bevor sich Michael Kohlstedt die E-Gitarre schnappte und sein Bruder Martin hinter dem E-Piano, Fender-Rhodes Piano und Mischpult agierte, berichtete Daniel Gottstein im Rahmen seiner Begrüßung kurz vom Wirken des Vereins. So leiste dieser unter dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ seit 2016 Bildungsarbeit auf der indonesischen Insel Bali.

Um die Sanierung von Schulgebäuden zu unterstützen oder die Vergabe von Stipendien abzusichern habe man seither schon 35.000 Euro Spendengelder gesammelt, zehn Patenschaften seien vermittelt worden. Um dieses Dauerprojekt, des mittlerweile 79 Mitglieder zählenden Vereins, zu unterstützen, spielten die Brüder Kohlstedt ohne Gage.

Konzert mit Stücken, die sich spontan entwickeln

Sie schafften es innerhalb kürzester Zeit, das gespannt lauschende Publikum in eine bunte elektronische Klangfarben-Welt zu entführen. Stücke wie „Har“, „Auh“ oder „Spieluhr“ hatten zweifelsohne das Potenzial, die Alltagssorgen einmal vergessen zu lassen und sich stattdessen auf eine Fantasie- und Traumreise zu begeben. Mehrere wiederkehrende Grundmelodien in verschiedenen Variationen, die durch den unverwechselbaren und eher weichen Klang des Fender-Rhodes ihre besondere Note erhielten, bildeten dabei den Kontrast zu direkt unter die Haut gehenden und immer lauter werdenden klopfenden Bässen, die an Hammerschläge erinnerten. Die Freude am gemeinsamen Musizieren war dem sympathischen Eichsfelder Geschwister-Duo dabei deutlich anzusehen.

Das für den 31-jährigen Pianisten typische Repertoire an Mimik und Gestik entlockte dem Publikum so manches Schmunzeln. Sein drei Jahre älterer Bruder Michael wiederum hatte ein eigens für seine siebenjährige Tochter Emma, die zugleich jüngster Gast des Abends war, komponiertes Gitarrensolo im Gepäck.

Nicht nur dieses sorgte für den besonders persönlichen Charakter der musikalischen Leckerbissen, die allesamt selbst kreiert wurden, mitunter sogar erst spontan, live und sich selbst entwickelnd. Den scheinbar nicht enden wollenden Applaus belohnten die Geschwister, welche ihren seltenen gemeinsamen Auftritt sichtlich genossen, natürlich mit einer Zugabe und freuten sich selbst zudem über Blumen, Geschenke und lobende Worte.

Die bekam auch der Dingelstädter Pfarrer Roland Genau für sein Engagement. Und ebenso dankte Anna Hesse vom Verein Balipockets letztlich auch allen Sponsoren und Helfern des Abends. Viele Gäste nutzten anschließend noch die Gelegenheit, um mit dem Team vom Verein Balipockets oder den Künstlern ins Gespräch zu kommen. Auch die CDs und Platten von Martin Kohlstedt, die er auf Wunsch gern signierte, fanden reißenden Absatz.

Jeder Cent des Erlöses geht in die Projekte

Wie der mittlerweile international bekannte Pianist – dem jüngst die hohe Ehre zuteil wurde, in der neuen Elbphilharmonie in Hamburg zu konzertieren – zwischendurch verriet, erscheine am 3. Mai sein neues Album „Ströme“, das er zusammen mit dem Leipziger Gewandhaus-Orchester erstellte. Dieses sei zum Teil auch bei der anschließenden Tournee, welche ihn in sechs prunkvolle Häuser des Landes führe, mit dabei. Darauf freue er sich schon jetzt.

Grund zur Freude hatte auch das Team von Balipockets. Wie Daniel Gottstein später mitteilte, brachte der Abend genau 4617 Euro ein. Diese Spendensumme, so versicherte der Gründer des Projektes, werde komplett für den guten Zweck Verwendung finden. Selbstverständlich wieder auf Bali, das nicht nur ein Traumziel für Urlauber aus aller Welt sei, sondern vor allem im Hinterland sehr viel Hilfe gebrauchen kann, vor allem in den Schulen.

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