Ruhla: Noten der Lux-Oper aufgearbeitet

Seit nunmehr eineinhalb Jahren arbeitet in Taura bei Chemnitz der 71-jährige Kantor im Ruhestand, Hans-Wolf Preußker, täglich mehrere Stunden an der Übertragung des handschriftlich vorliegenden Notenmaterials. Dieses war durch Recherchen des Lux- Festspielvereins in Mainz aufgefunden worden.

Die Sage vom Schmied von Ruhla auf einem Schwind-Fresko im Landgrafenzimmer der Wartburg. Repro: Ulrich Kneise

Die Sage vom Schmied von Ruhla auf einem Schwind-Fresko im Landgrafenzimmer der Wartburg. Repro: Ulrich Kneise

Foto: zgt

Ruhla. Tausende Seiten galt es Note für Note, Takt für Takt, Stimme für Stimme zum Teil zu entschlüsseln und für die Musiker gut leserlich in den Computer einzuarbeiten.

Eine Leistung, die nicht hoch genug zu bewerten sei, sagt die 1. Vorsitzende des Festspielvereins, Dagmar Claaßen. "Nicht nur weil Herr Preußker dies ehrenamtlich tut, sondern auch weil ihm diese Arbeit auch körperlich sehr viel abverlangt. Hans-Wolf Preußker leidet seit einigen Jahren an einem schweren Tremor der rechten Hand (Anm. d. R., starkes, unwillkürliches Zittern), was das Schreiben jeder einzelnen Note zu einer Herausforderung werden lässt."

Trotz dieser widrigen Umstände mache ihm diese Arbeit großen Spaß, sagte Dagmar Claaßen.

Die Oper "Der Schmied von Ruhla" galt über Jahrzehnte als verschollen und wurde erst 2009 durch Hans-Wolf Preußkers Sohn Daniel Preußker, Stadtplaner in Ruhla, in einem Spezialarchiv der Stadtbibliothek Mainz entdeckt.

Friedrich Lux war in seiner Zeit einer der bedeutendsten Organisten und Komponisten. Sein Vater, der Kantor Georg Heinrich Lux, arbeitete in Ruhla. In der historischen Köhlergasse steht auch das Geburtshaus von Friedrich Lux, in dem auch Franz Liszt ein und aus ging. Lux hinterlässt mit der Oper "Der Schmied von Ruhla" ein großes musikalisches Werk, das künftig wieder einer breiteren Zuhörerschaft nahegebracht werden solle.

Für die Realisierung dieser Vision setzen sich Bürger, Vereine und Institutionen in Ruhla und Umgebung ein. "Die Aufführung einer Oper ist das schwierigste und komplexeste musikalische Unterfangen, das wir uns vornehmen konnten", so Claaßen. "Dennoch sind wir optimistisch, dieses Ziel zu erreichen. Über jede ideelle und finanzielle Unterstützung sind wir natürlich sehr dankbar."