Sarah Lesch tritt beim Krämerbrückenfest in Erfurt auf

Erfurt  Ein Gespräch mit der Liedermacherin über ihre Thüringer Wurzeln, den Vorteil von Volksfestbühnen und die Bedeutung von Songbüchern.

Ihre Krämerbrückenfestpremiere feiert Sarah Lesch am 16. Juni.

Ihre Krämerbrückenfestpremiere feiert Sarah Lesch am 16. Juni.

Foto: Marcus Mlynek

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Poesie- und musikbegeisterten Erfurtern ist Sarah Lesch längst bekannt: von Auftritten im Museumskeller und im HsD, etwa beim Liedermacherfestival. Diesen Samstag zum Krämerbrückenfest ist die Bühne etwas größer – und steht auf dem Domplatz.

Was fällt Ihnen ein, wenn Sie an Erfurt denken?

Meine Dreadlocksfriseurin! Wegen ihr bin ich immer mal wieder in Erfurt und kenne die Stadt daher ganz gut.

Auch das Krämerbrückenfest?

Dort war ich tatsächlich noch nie. Daher freue ich mich besonders darauf.

Dabei machen Sie nicht gerade Partymusik. Ist ein Stadtfest ein besonderes Abenteuer?

Ich mache so etwas total gerne. Natürlich ist es auf so großen Festen weniger entspannt als bei Konzerten in geschlossenen Räumen. Aber dafür bekommen es viele Leute mit. Egal ob Club, Kulturtheater oder Stadtfest: Ich finde es wunderbar, immer mal etwas anderes zu machen.

Ihrem Stil bleiben Sie auf Ihrem neuen Album „Da draußen“ zum Glück treu.

Ja, es ist typisch Sarah Lesch. Die Songs sind ja von mir – und ich bin schließlich immer ich. So ein Album ist wie eine autobiografische Therapiestunde; eine Erzählung von dem, was in meinem Leben so passiert – poetisch verarbeitet.

Sie haben kürzlich drei Liederbücher veröffentlicht. Wessen Wunsch war das – Ihrer oder der Ihrer Fans?

Sowohl als auch. Ich höre oder lese oft die Frage „Gerne würde ich Lieder von dir spielen; was spielst du für Akkorde?“ Das freut mich sehr, weil es mir selbst auch so ging.

Inwiefern?

Als ich früher Songs von Liedermachern wie Gerhard Schöne oder Dota Kehr gehört habe, wollte ich sie auch unbedingt spielen können. Von Dota gab’s ein Ringheftchen mit den Gitarrengriffen drin. Dank dem Heftchen war man plötzlich am Lagerfeuer die coole Socke. Und jetzt fragen Leute mich nach meinen Songs – das ist doch toll, wenn Musik gegenseitig inspiriert!

Haben Sie als gebürtige Altenburgerin einen besonderen Bezug zu Thüringen?

Ehrlich gesagt, bin ich noch dabei, den Osten für mich zu entdecken. Denn als ich fünf Jahre alt war, sind wir ins Schwabenland gezogen. Aber ich bin ein Ossi, bin geprägt von der Mentalität meiner Familie und der Region, aus der sie kommen. Auch darum wollte ich mal wieder zurück in den Osten ziehen. Jetzt lebe ich in Leipzig. Menschen aus unterschiedlichen Regionen ticken wirklich anders – das merke ich immer wieder, wenn ich unterwegs bin.

Konzert:

Samstag, 16. Juni, 18 Uhr, Domplatz

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